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Zeitgeschichten - Forschungsberichte vom Lehrstuhl Neueste Geschichte/ Zeitgeschichte
Sigrid Sigurdsson, "Architektur der Erinnerung", Osthaus Museum Hagen
Foto: Achim Kukulies / Düsseldorf, Sammlung Prof. Dr. Michael Otto
Geschichte ist ein konstruiertes Objekt, dessen Lage nicht durch gleichförmige oder leere Zeit gebildet wird, sondern durch die Gegenwart
Walter Benjamin
Der Vergangenheit begegnen wir stets durch die Linse der Gegenwart. Dies gilt jedoch in besonderem Maße für jene historische Zeiten, die uns aus verschiedenen Gründen noch immer als sehr nah erscheinen. Etwa, weil die Erinnerung daran weiterhin von Zeitzeug:innen im Gespräch an uns weitergegeben wird oder das Geschehene als Vorgeschichte gegenwärtiger Probleme verstanden werden kann. Hier liegt das Feld der Zeitgeschichte. Sie stellt einen Teilbereich der Neuesten Geschichte dar, der keine klaren zeitlichen Grenzen hat. Immer aber geht es um eine besonders enge Verschränkung von Geschichte und Gegenwart.
Für die Arbeit am Lehrstuhl spielt darüber hinaus der gesamte Zeitraum der Neuesten Geschichte eine Rolle, verstanden als eine europäische Epoche, die um 1880 begann und bis an die Wende zum 21. Jahrhundert reicht. Dieser Zeitraum wird mit mit einem Schwerpunkt auf der deutschen Geschichte betrachtet, in vergleichenden Perspektiven. Geforscht und gelehrt wird aktuell vor allem zu den Krisenerfahrungen dieser Epoche: zum Aufstieg der „Massen“ und zu den Herausforderungen der kulturellen Moderne, zum Wandel des Kapitalismus, zu den sozialen und ökonomischen Folgen der beiden Weltkriege und zur Geschichte von Demokratie und Diktatur im langen 20. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt liegt außerdem auf der Erforschung historischer Praktiken, in denen sich das Wissen von Menschen mit materiellen Handlungsbedingungen verbindet.
Der Arbeitsbereich Neueste Geschichte / Zeitgeschichte in Jena steht für
Kontakt: hiwis.ngzg@uni-jena.de
1992-1999 Studium der Geschichte, Mathematik, Philosophie und Pädagogik in Marburg an der Lahn und Jena. Erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien in den Fächern Geschichte und Mathematik in Jena, Staatsexamensarbeit „‘Protoindustrialisierung‘, Sozialkonflikt und staatliches Handeln. Apolda 1770‑1800“; 1999‑2009 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena ( zunächst am Lehrstuhl für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Prof. Dr. Hans-Werner Hahn, dann bei der „Senatskommission zur Aufarbeitung der Jenaer Universitätsgeschichte im 20. Jahrhundert“; 2004 Promotion in Jena mit der Arbeit „Karl Griewank (1900‑1953). Ein deutscher Historiker im ‚Zeitalter der Extreme‘“; 2018 Habilitation ebd. mit einer Arbeit „Der Schutz eines heiligen Ortes. Eine kulturgeschichtliche Studie zur parlamentarischen Polizeigewalt im europäischen Kontext“; seit Mai 2009 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsabteilung der „Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen ParteienExterner LinkExterner LinkExterner Link“, Berlin; seit April 2018 zusätzlich selbständige Lehre als Privatdozent an der Friedrich-Schiller-Universität JenaExterner Link, Venia Legendi Neuere und Neueste Geschichte.
Bitte beachten Sie die Eintragungen in FRIEDOLINExterner Link!
Zeitgeschichtliches Kolloquium
Mi 18 - 20 Uhr | SR Zwätzengasse 4
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Fürstengraben 13
07743 Jena
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