JISR – Joint initiative for the development of intercultural studies and research

DAAD-gefördertes Projekt mit der Universität Tunis El Manar

Die fünfte Brücke von Beja (Kantara Khamsa): Historische Eisenbahnbrücke zwischen Tunis und Beja (Tunesien)

Foto: Adobe Stock
Die fünfte Brücke von Beja (Kantara Khamsa): Historische Eisenbahnbrücke zwischen Tunis und Beja (Tunesien)

Trotz kontinuierlicher politischer Umbrüche besitzt die MENA-Region erhebliche Potenziale in Bereichen wie Klima, Energie und Wirtschaft und spielt eine zunehmend wichtige Rolle in der globalen Arbeitsmigration und im wirtschaftlichen Austausch mit der Europäischen Union, getragen von einer jungen, immer gebildeteren Bevölkerung. Diese Verbindung zwischen den beiden Nachbarregionen fördert die Nachfrage nach Fachkräften mit Kenntnissen in interkultureller Kommunikation, basierend auf einem gegenseitigen Verständnis der jeweiligen Kulturen, Gesellschaften und Geschichten.

Lange wurde die Ausbildung in interkultureller Kommunikation von einem kulturkontrastiven Ansatz dominiert, der Kulturen als distinkte, in sich geschlossene Einheiten ansieht und die Bedeutung des Verständnisses spezifischer kultureller Unterschiede hervorhebt. Diese Perspektive wird nun zunehmend von einem prozessorientierten Ansatz abgelöst, der die Dynamiken der Interaktion über die bloße Betonung kultureller Differenzen stellt und die interkulturelle Kommunikation als einen laufenden Verhandlungsprozess begreift. Parallel dazu fordert eine wachsende Anerkennung postkolonialer Realitäten und die Notwendigkeit, nicht-westliche Perspektiven einzubeziehen, die kritische Überprüfung westlicher Dominanz in der Forschung und Lehre, indem sie für eine inklusivere Wissensproduktion plädiert, die auf echter interkultureller Methodologie basiert.

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena und die Université de Tunis El Manar versuchen seit einigen Jahren, dem Bedarf an Kompetenzen in Fremdsprachen und interkultureller Kommunikation mit Studiengängen im Bereich Wirtschaft und Sprachen gerecht zu werden. Im Rahmen des gemeinsamen, vom DAAD geförderten Projekts JISR – Joint initiative for the development of intercultural studies and research wird nun eine nachhaltige Partnerschaft für den Wissenstransfer im Bereich der interkulturellen Kommunikation aufgebaut. Dabei sollen zugleich die Wirtschafts- und Sprachprogramme der Partnerinstitutionen gestärkt werden.

Studierende beider Universitäten haben die Möglichkeit, zur Weiterentwicklung der Lehre in interkultureller Kommunikation und Landeskunde beizutragen, indem sie sich mit vier zentralen Fragen auseinandersetzen:

  1. Welches sind auf beiden Seiten die zentralen Probleme der Landeskunde und der interkulturellen Kommunikation?
  2. Wie kann im gegenseitigen Austausch die Reflexion über Kultur- und Landeskunde aus postkolonialer Perspektive angeregt werden?
  3. Wie kann man praktische Elemente in die universitäre Vermittlung interkultureller Kompetenzen integrieren?
  4. Was ist erforderlich, um die Studierenden auf die Erfordernisse eines globalisierten Arbeitsmarktes vorzubereiten?

Aktivitäten

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  • JISR logo

Enrico Boccaccini, Dr.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Seminar für Arabistik und Islamwissenschaft
Enrico Boccaccini
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