Fachdidaktik Deutsch

Die Fachdidaktik Deutsch vertritt das Gebiet der Deutschdidaktik in seiner ganzen Breite. Das eröffnet die Chance, die einzelnen Kompetenzbereiche des Deutschunterrichts nicht nur systematisch zu betrachten, sondern insbesondere auch auf ihre Bezugspunkte und Wechselwirkungen hin zu untersuchen. Solche Wechselwirkungen treten z. B. auf, wenn Schülerinnen und Schüler über Texte schreiben oder wenn Gespräche über Literatur als Teil von Lesekompetenz modelliert werden. Auch in der Professionalisierung von Deutschlehrkräften – einem Forschungsschwerpunkt des Lehrstuhls – fließen alle Kompetenzbereiche des Deutschunterrichts zusammen.

In Forschung und Lehre kooperiert der Lehrstuhl für Fachdidaktik Deutsch mit den angrenzenden Disziplinen – germanistischer Literatur- und Sprachwissenschaft, Pädagogik, Psychologie und anderen Fachdidaktiken. Wir verstehen Fachdidaktik Deutsch als berufsfeldorientierte Wissenschaft, die empirische Forschung und Theorieentwicklung verzahnt und zur Weiterentwicklung des Deutschunterrichts beiträgt.

Nähere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie unter https://didaktikdeutsch.de/Externer Link

Mitarbeiter/innen

Forschungsprojekte

  • Schulen nutzen KI für Lesen, Literarisches Lernen und Schreiben (SKILLS)

    Projekthintergrund:

    Basiskompetenzen, insbesondere die (basale) Lese- und Schreibkompetenz, bilden als grundlegende Fertigkeiten und Fähigkeiten eine unverzichtbare Voraussetzung für eine erfolgreiche unterrichtliche und gesellschaftliche Teilhabe (Baumert et al., 2001; Becker-Mrotzek et al., 2019). Schwächen in diesen Bereichen stellen nicht nur eine Gefahr für den Lernerfolg der einzelnen Lernenden dar, sondern letztlich auch für das Wirtschaftswachstum und das kulturelle Kapital sowie für unsere Demokratie, wenn beispielsweise Fake News nicht erkannt werden können (vgl. Philipp et al., 2021). Studien belegen zuletzt, dass in Deutschland stets mindestens 20% der Viertklässler:innen nicht die Mindeststandards beim Lesen und (Recht-)Schreiben erreichen (vgl. Wittig & Schneider, 2022; Philipp, 2015; Schilcher et al., 2023).
    Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wie ChatGPT verspricht, eine Lösung für dieses Problem anzubieten (z.B. Aravantinos et al., 2024; Bano & Mehdi, 2024; Omae et al., 2023): Er ermöglicht potenziell ein personalisiertes, individualisiertes Lernen (Iyer et al., 2023; Zekaj, 2023; Zhang & Tur, 2023), ist durch die permanente Verfügbarkeit der Anwendungen jederzeit möglich (Gero et al., 2023) und bietet, wenn es z.B. um Mustererkennungen oder typische Formulierungsbausteine (Textprozeduren) geht, im guten Sinne durchschnittliche Ergebnisse (Müller & Fürstenberg, 2023). Trotz einiger Anforderungen und Herausforderungen (z.B. Karan & Angadi, 2023; Albadarin et al., 2023; Jeon et al., 2023) ist im Forschungsdiskurs die Einschätzung, dass ein reflektierter, angeleiteter und begleiteter Einsatz von KI auf Ebene der Lehrenden und Lernenden in Grundschulen weitreichendes Potenzial hat, verbreitet und akzeptiert – Studien und Erprobungen, die diesbezüglich empirische Evidenz liefern, stehen jedoch noch aus (Bano & Mehdi, 2024), und SWK und KMK betonen die Notwendigkeit von Lehrkräftefortbildungen bezogen auf den KI-Einsatz (Köller et al., 2024; Kultusministerkonferenz, 2024). An beide Aspekte knüpft SKILLS an.

    Zielgruppe:

    Das Projekt „Schulen nutzen KI für Lesen, Literarisches Lernen und Schreiben“ (SKILLS) richtet sich an Grundschullehrkräfte mit dem Fach Deutsch. Im Diskurs um die Potenziale von KI für das Bildungssystem insgesamt wird stets die Möglichkeit einer Unterstützung der Lehrkräfte in zahlreichen unterrichtsrelevanten Bereichen betont (Jensen et al., 2024; Trust et al., 2023; Zhang & Tur, 2023). Es wird davon ausgegangen, dass KI-Anwendungen in der Lage sind, Lehrkräfte bei der gesamten Planung von Unterrichtsstunden und Unterrichtsinhalten zu unterstützen (da Silva & Glaab, 2023; Trust et al., 2023). Gleichzeitig richtet sich das Projekt dadurch auch an die Lernenden, die in Form wachsender Fähigkeiten in den Basiskompetenzen davon profitieren sollen, dass Lehrkräfte KI unterstützend nutzen.

    Ziele des Projekts:

    Zentrale Idee des Projekts ist es, Lehr-Lern-Konzepte zu entwickeln, zu erproben und zu evaluieren, die die Förderung von Basiskompetenzen und den Einsatz von KI im Unterricht der Grundschule zusammendenken. Ziel ist die Etablierung eines Schul- und Unterrichtsentwicklungsprogramms an Grundschulen, das Lernenden durch den Einsatz generativer KI individualisierte Lernfortschritte beim Erwerb basaler Lese- und Schreibkompetenzen ermöglicht. Dabei geht es nicht darum, traditionelle Lehr- und Lernkonzepte zu verdrängen oder die Rolle der Lehrkraft im Unterricht zu beschneiden. Vielmehr sollen die Lehrkräfte durch Entlastung und Bereitstellung von Ressourcen wieder in die Lage versetzt werden, die soziale Interaktion mit den Lernenden und die Begleitung von Lernfortschritten als Schwerpunkt ihrer täglichen Arbeit wahrzunehmen.
    Konkret verfolgt das Projekt die folgenden Ziele, die durch die Kooperation zwischen engagierten Projektschulen mehrerer Bundesländer und Regierungsbezirke, erfahrenen Schulbegleiter:innen und der Deutschdidaktik der Universität Jena erreicht werden sollen:

      • Entwicklung von Lehrkräftefortbildungen, die fachdidaktische und KI-bezogene Kompetenzen integriert vermitteln, um Lehrkräfte durch KI-gestützte Verfahren zu entlasten und ihre Ressourcen für die Initiierung lernförderlicher Interaktionen mit Lernenden zu erhalten;
      • begleitete Erprobung des erworbenen Wissens, um Lernende durch KI-gestützte Verfahren zur Erweiterung ihrer Basiskompetenzen im Lesen und Schreiben zu befähigen;
      • Messung der Effekte der Erprobung;
      • nachhaltige Verankerung der Fortbildungserträge durch eine medienbezogene Schulentwicklung, damit Schulen sich zu Lernorten entwickeln, die zeitgemäßes Lehren und Lernen ermöglichen und Lernende auf ein selbstbestimmtes Leben in einer Kultur der Digitalität vorbereiten;
      • Vernetzung von Lehrkräften und Schulen mit dem Ziel eines Erfahrungsaustausches.


    Projektbeteiligte:

    • Dr. des. Gerrit Helm, Projektleitung und Ansprechpartner
    • Dr. Florian Hesse, Projektleitung
    • Aneta Wichers, Mitarbeiterin
    • für die Pacemaker Initiative: Carolin Arnold und Julia Soeffner


    Förderer des Projekts:

    • Auridis Stiftung
    • Victor Rolff-Stiftung


    Quellen:

    • Albadarin, Y., Saqr, M., Pope, N., & Tukiainen, M. (2023). A Systematic Literature Review of Empirical Research on ChatGPT in Education. https://doi.org/10.13140/RG.2.2.21598.82245Externer Link
    • Aravantinos, S., Lavidas, K., Voulgari, I., Papadakis, S., Karalis, T., & Komis, V. (2024). Educational Approaches with AΙ in Primary School Settings: A Systematic Review of the Literature Available in Scopus. Education Sciences, 14(7), 744. https://doi.org/10.3390/educsci14070744Externer Link
    • Bano, S., & Mehdi, S. A. (2024). Systematic Review: Generative Artificial Intelligence (GAI) and Artificial Intelligence (AI) and Learning in Elementary and Secondary Schools. Pakistan Social Science Review, 8(4), 209–219.
    • Baumert, J., Klieme, E., Neubrand, M., Prenzel, M., Schiefele, U., Schneider, W., Stanat, P., Tillmann, K.-J., & Weiß, M. (Hrsg.). (2001). PISA 2000: Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im internationalen Vergleich. Leske + Budrich.
    • Becker-Mrotzek, M., Lindauer, T., Pfost, M., Weis, M., Strohmaier, A., Reiss, K., Reiss, K., Weis, M., Klieme, E., & Köller, O. (2019). Lesekompetenz heute—Eine Schlüsselqualifikation im Wandel. In PISA 2018. Grundbildung im internationalen Vergleich (S. 21–46). Waxmann.
    • da Silva, A., & Glaab, T. (2023). ChatGPT als Ressource von Unterrichtsvorbereitung? Explorationen zu KI-basierten Outputs mit Blick auf language awareness. https://opus.bibliothek.uni-augsburg.de/opus4/frontdoor/index/index/docId/108138Externer Link
    • Gero, K. I., Long, T., & Chilton, L. B. (2023). Social Dynamics of AI Support in Creative Writing. Proceedings of the 2023 CHI Conference on Human Factors in Computing Systems, 1–15. https://doi.org/10.1145/3544548.3580782Externer Link
    • Iyer, L. S., Chakraborty, T., Reddy, K. N., Jyothish, K., & Krishnaswami, M. (2023). AI-Assisted Models for Dyslexia and Dysgraphia: Revolutionizing Language Learning for Children. In A. Kumar, A. Nayyar, R. K. Sachan, & R. Jain (Hrsg.), Advances in Educational Technologies and Instructional Design (S. 186–207). IGI Global. https://doi.org/10.4018/979-8-3693-0378-8.ch008Externer Link
    • Jensen, L. X., Buhl, A., Sharma, A., & Bearman, M. (2024). Generative AI and higher education: A review of claims from the first months of ChatGPT. Higher Education, 88(1).
    • Jeon, J., Lee, S., & Choe, H. (2023). Beyond ChatGPT: A conceptual framework and systematic review of speech-recognition chatbots for language learning. Computers & Education, 206, 104898. https://doi.org/10.1016/j.compedu.2023.104898Externer Link
    • Karan, B., & Angadi, G. R. (2023). Potential Risks of Artificial Intelligence Integration into School Education: A Systematic Review. Bulletin of Science, Technology & Society, 43(3–4), 67–85. https://doi.org/10.1177/02704676231224705Externer Link
    • Köller, O., Thiel, F., van Ackeren-Mindl, I., Anders, Y., Becker-Mrotzek, M., Cress, U., Diehl, C., Kleickmann, T., Lütje-Klose, B., Prediger, S., Seeber, S., Ziegler, B., Lewalter, D., Maaz, K., Reintjes, C., & Stanat, P. (2024). Large Language Models und ihre Potenziale im Bildungssystem. Impulspapier der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz. 31 pages. https://doi.org/10.25656/01:28303Externer Link
    • Kultusministerkonferenz. (2024). Handlungsempfehlung für die Bildungsverwaltung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen. Kultusministerkonferenz.
    • Müller, H.-G., & Fürstenberg, M. (2023). Der Sprachgebrauchsautomat. Die Funktionsweise von GPT und ihre Folgen für Germanistik und Deutschdidaktik. Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes, 70(4), Article 4. https://doi.org/10.14220/mdge.2023.70.4.327Externer Link
    • Omae, Y., Furuya, T., Matsushita, M., Mizukoshi, K., Yatsushiro, K., & Takahashi, H. (2023). Artificial Intelligence Education in an Elementary School and Its Evaluation by Career Development, Motivation and Rubrics. Information and Technology in Education and Learning, 3(1), Trans-p002-Trans-p002. https://doi.org/10.12937/itel.3.1.Trans.p002Externer Link
    • Philipp, M. (2015). Schreibkompetenz: Komponenten, Sozialisation und Förderung. A. Francke Verlag.
    • Philipp, M., Krammer, S., Leichtfried, M., & Pissarek, M. (2021). FAKE?! Fake News als Kristallisationspunkt einer prozessbetonten, epistemischen Lesedidaktik mit digitalen Dokumenten. In Deutschunterricht im Zeichen der Digitalisierung. StudienVerlag.
    • Schilcher, A., Glondys, M., & Wild, J. (2023). Leseunterricht in den Grundschulen in Deutschland. In N. McElvany, R. Lorenz, A. Frey, F. Goldhammer, A. Schilcher, & T. C. Stubbe (Hrsg.), IGLU 2021. Lesekompetenz von Grundschulkindern im internationalen Vergleich und im Trend über 20 Jahre (S. 179–196). Waxmann.
    • Trust, T., Whalen, J., & Mouza, C. (2023). Editorial: ChatGPT: Challenges, Opportunities, and Implications for Teacher Education. Contemporary Issues in Technology and Teacher Education, 23(1), 1–23.
    • Wittig, J., & Schneider, R. (2022). Kompetenzstufenbesetzungen in den Ländern. In P. Stanat, S. Schipolowski, R. Schneider, K. A. Sachse, S. Weirich, & S. Henschel (Hrsg.), IQB-Bildungstrend 2021 (S. 41–65). Waxmann.
    • Zekaj, R. (2023). AI Language Models as Educational Allies: Enhancing Instructional Support in Higher Education. International Journal of Learning, Teaching and Educational Research, 22(8), Article 8. https://doi.org/10.26803/ijlter.22.8.7Externer Link
    • Zhang, P., & Tur, G. (2023). A systematic review of CHATGPT use in K‐12 education. European Journal of Education, ejed.12599. https://doi.org/10.1111/ejed.12599Externer Link
  • Erzählerische Vermittlung als Schwellenkonzept im Literaturunterricht (NarraTeach)

    Dieses Projekt wird in Kooperation mit Prof. Dr. Dorothee WieserExterner Link (HU Berlin) durchgeführt.
    Im Mittelpunkt des Projekts NarraTeach steht die Frage, wie narratologisches Wissen für den Literaturunterricht didaktisch so modelliert und aufbereitet werden kann, dass es das Verständnis erzählender Texte unterstützt. Damit greift das Projekt ein doppeltes Problem auf: Zum einen gibt es bislang keine übersichtliche, fachlich konsistente „Übersetzung“ narratologischen Wissens für die Praxis. Zum anderen bleiben Erzählanalysen in der Schule oft Selbstzweck.
    In NarraTeach betrachten wir die erzählerische Vermittlung – also den Umstand, dass sowohl das Wie als auch das Was des Erzählens von der Erzählinstanz beeinflusst werden – als zentrales Merkmal von Narrationen. Wir nehmen an, dass die Reflexion erzählerischer Vermittlung das Verständnis von Erzählungen in Literatur wie im Alltag grundlegend verändert. Davon ausgehend schlagen wir ein didaktisches Modell erzähltheoretischen Wissens vor. Dieses setzt gängige Kategorien der Erzähltextanalyse in Relation zum übergeordneten Prinzip der erzählerischen Vermittlung. Es wählt statt abstrakter Termini hierarchisierte Untersuchungsfragen als Ausgangspunkt für Textanalysen. Letztere werden – über übliche Deskriptionen hinausgehend – unter dem Aspekt ihrer Verstehensrelevanz ausgewählt und gewichtet.
    Das Projekt ist als Forschungszyklus angelegt, der theoretische, empirische und transferorientierte Ansätze verknüpft. Abgeschlossen sind die theoretische Grundlegung, die empirische Untersuchung von Fähigkeiten zur Erzähltextanalyse bei angehenden Lehrpersonen sowie die erste Entwicklung eines PraxisangebotsExterner Link. Aktuell steht die wissenschaftliche Begleitung und Untersuchung des Praxistransfers auf der Agenda.

    Projektbezogene Publikationen:

    Wissenschaftliche Artikel:

    • Winkler, Iris/Wieser, Dorothee (2025): Fähigkeiten zur Erzähltextanalyse in Abhängigkeit vom Aufgabensupport: Eine Studie mit Lehramtsstudierenden des Faches Deutsch. In: Zeitschrift für Sprachlich-Literarisches Lernen und Deutschdidaktik, 5. https://doi.org/10.46586/SLLD.Z.2025.12112Externer Link
    • Wieser, Dorothee / Winkler, Iris (2025): Narratologisches Wissen für Lehrpersonen: Didaktische Modellierung eines literaturwissenschaftlichen Schwellenkonzepts. In: Zeitschrift für Sprachlich-Literarisches Lernen und Deutschdidaktik, 5. https://doi.org/10.46586/SLLD.Z.2025.12443Externer Link

    Unterrichtsmodell:

    • Wieser, Dorothee / Winkler, Iris (2025): Angewandte Erzähltheorie für die Unterrichtspraxis in der Sekundarstufe I. Von der didaktischen Modellierung zum ErzählNavigator. SLLD-U. https://doi.org/10.46586/SLLD.440Externer Link

    Praxismaterial:

  • Schreiben mit KI im Lehramt

    Projekthintergrund:

    Generativer Künstlicher Intelligenz (KI), allen voran dem Chatbot ChatGPT, wird das Potenzial zugeschrieben, das Schreiben nachhaltig und disruptiv zu verändern (Alier et al., 2024; Schindler, 2024). Ausgangspunkt dieser Annahme ist die stetig wachsende Fähigkeit von KI, in Sekundenschnelle Texte zu produzieren, die Textstruktur und Kohärenz so gut simulieren, dass selbst angehende Lehrkräfte sie für ‚menschengemacht‘ halten (z.B. Schicker & Akbulut, 2023, S. 178). Es scheint also möglich, dass KI/Computer und Mensch gemeinsam und ko-aktiv mit variierendem Aktivitätsniveau agieren (Steinhoff, 2023). Das Schreiben scheint dadurch jedoch nicht grundsätzlich ‚schneller‘ oder ‚leichter‘ zu werden (Förster, 2023; Tossell et al., 2024). Vielmehr erfordert das Schreiben im ‚neuen‘ Kontext der KI die Ausbildung weiterer (Teil-)Kompetenzen (z.B. Reflexionsfähigkeit, Textkritik) (z.B. Rödel, 2023).

    Vor diesem Hintergrund haben beispielsweise die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kul-tusministerkonferenz (SWK) und die UNESCO Empfehlungen zum Umgang mit KI im Bildungsbereich veröffentlicht. Empfohlen wird, generative KI als Ressource für das Lehren und Lernen zu verstehen. Vor allem aber wird auf die Notwendigkeit von Fortbildungsangeboten in diesem Bereich hingewiesen. Das Projekt ‚Schreiben mit KI im Lehramt‘ beabsichtigt, ein solches Fortbil-dungsangebot herzustellen und in die Praxis zu tragen.

    Zielgruppe:

    Das Projekt ‚Schreiben mit KI im Lehramt‘ richtet sich an Lehramtsstudierende aller Fächer. Diese begegnen der veränderten Situation des Schreibens in einer Doppelrolle: Sie sind einerseits selbst Lernende im wissenschaftlichen Schreiben, das in ihrem Studium zentrale Lern- und auch Prüfungsform ist. Hier eröffnet KI neue und bisher ungeahnte Räume (Fyfe, 2023, S. 1402; Underwood, 2021). Andererseits sind sie zukünftige Lehrende, die Schüler:innen im Schreiberwerb unterstützen sollen, der nicht weniger durch das wahrgenommene disruptive Potenzial von KI-Anwendung (Buck & Limburg, 2023) beeinflusst wird.

    Ziele des Projekts:

    Das Projekt „Schreiben mit KI im Lehramt“ hat sich zum Ziel gesetzt, Lehramtsstudierende bei der Bewältigung dieser neuen und vielfältigen Herausforderungen zu unterstützen. Dazu wird in Kooperation mit dem Schreibzentrum der FSU Jena ein extracurricularer Selbstlernkurs zum Schreiben für Lehramtsstudierende aller Fächer konzipiert, erprobt und empirisch evaluiert. Der Selbstlernkurs besteht aus drei (voneinander unabhängigen) Modulen, die die Lehramtsstudierenden primär in ihrer zukünftigen Rolle als Lehrende adressieren und auf ‚Transfereffekte‘ für das eigene (wissenschaftliche) Schreiben zielen. So werden die Studierenden angeleitet, das Schreiben unterstütz durch KI i) vorzubereiten, ii) zu begleiten und iii) nachzubereiten. Den Ausgangspunkt bilden fächerübergreifend relevante Schreibaufgaben und Lernendentext aus der Schulpraxis.

    Konkret verfolgt das Projekt die folgenden Ziele:

    • Entwicklung von drei Lehr-Lern-Modulen: 1. Das Schreiben vorbereiten („Schreibaufgaben mit KI“), 2. Das Schreiben begleiten und 3. Das Schreiben nachbereiten („Feedback mit KI“)
    • Erprobung der drei Lehr-Lern-Module bei Studierenden unterschiedlicher Lehramtsfächer
    • Generierung von Beiträgen zum wissenschaftlichen Diskurs (Tagungsbeiträge, Artikel)

    Projektbeteiligte:

    • Dr. des. Gerrit Helm, Projektleitung und Ansprechpartner
    • Dr. Florian Hesse, Projektleitung
    • Prof. Dr. Iris Winkler, Projektleitung
    • Antonia Kaun, Studentische Assistentin
    • Kilian Dingeldey, Studentischer Assistent

    Projektpublikationen:

    • Helm & Hesse (2024): Usage and beliefs of student teachers towards artificial intelligence in writing. In: Research in Subject-matter Teaching and Learning (RISTAL). 7. S.1–18.
    • Hesse, Florian & Helm, Gerrit (2024): Writing with AI in and beyond teacher education: Exploring subjective training needs of student teachers across five subjects. In: Journal of Digital Learning in Teacher Education (JDLTE). S. 1–14.
    • Helm, Gerrit & Hesse, Florian (eingereicht): Training programmes on writing with AI – but for whom? Identifying students’ writer profiles trough two-step cluster analysis.
    • Helm, Gerrit & Hesse, Florian (eingereicht): Schreiben mit generativer künstlicher Intelligenz im Lehramtsstudium: Befunde zu Ausgangsbedingungen und Implikationen für die Gestaltung von Lehr-Lern-Angeboten.
    • Helm, Gerrit (eingereicht): Professionelle Wahrnehmung von Lernendentexten als Voraussetzung für die Reflexion KI-generierten Feedbacks. In: Leseräume.

    Quellen:

    • Alier, M., García-Peñalvo, F.-J., & Camba, J. D. (2024). Generative Artificial Intelligence in Education: From Deceptive to Disruptive. International Journal of Interactive Multimedia and Artificial Intelligence, 8(5), 5. https://doi.org/10.9781/ijimai.2024.02.011Externer Link
    • Buck, I., & Limburg, A. (2023). Hochschulbildung vor dem Hintergrund von Natural Language Processing (KI-Schreibtools). die hochschullehre, 6.
    • Förster, A. G. (2023). Mit KI übersetzen. leseforum.ch, 3.
    • Fyfe, P. (2023). How to cheat on your final paper: Assigning AI for student writing. AI & Society, 38(4), 1395–1405. https://doi.org/10.1007/s00146-022-01397-zExterner Link
    • Helm, G., & Hesse, F. (2024). Usage and beliefs of student teachers towards artificial intelligence in writing. Research in Subject-matter Teaching and Learning (RISTAL), 7(1), 1–18.
    • Rödel, M. (2023). ChatGPT und Textkompetenz: Wie sieht die Zukunft des Schreibens in der Schule aus? Mitteilungen des Deutschen Germanistikverbands, 70(4), 373–381.
    • Schicker, S., & Akbulut, M. (2023). ChatGPT – maschinelle und menschliche Textsortenkompetenz. In S. Schicker & L. Miškulin Saletović (Hrsg.), Sprachliche Handlungsmuster & Text(sorten)kompetenz (S. 169–197). Graz University Library Publishing. https://doi.org/10.25364/978390337426311Externer Link
    • Schindler, K. (2024). Schreiben mit, durch und über KI – Herausforderungen und Chancen für das Schreiben in der Schule. ide, 2(2024).
    • Steinhoff, T. (2023). Literalität oder Digitalität? Sowohl als auch! Überlegungen zu einer postdigitalen Deutschdidaktik am Beispiel des Lesens und Schreibens unter besonderer Berücksichtigung Künstlicher Intelligenz. leseforum.ch, 3.
    • Tossell, C. C., Tenhundfeld, N. L., Momen, A., Cooley, K., & De Visser, E. J. (2024). Student Perceptions of ChatGPT Use in a College Essay Assignment: Implications for Learning, Grading, and Trust in Artificial Intelligence. IEEE Transactions on Learning Technologies, 17, 1069–1081. https://doi.org/10.1109/TLT.2024.3355015Externer Link
    • Underwood, T. (2021). Science fiction hasn’t prepared us to imagine machine learning. tedunder-wood.com. https://tedunderwood.com/2021/02/02/why-sf-hasnt-prepared-us-to-imagine-machine-learning/Externer Link
  • Studienunabhängige Unterrichtstätigkeit Studierender im Fach Deutsch (stunde)

    Angesichts des sog. ‚Lehrer:innenmangels‘ eröffnet sich zunehmend schon für Lehramtsstudierende ohne Studienabschluss die Möglichkeit, während ihres Studiums im Rahmen einer Nebentätigkeit als (Vertretungs-)Lehrperson in Schulen zu unterrichten. Wieso sich Studierende für eine solche Tätigkeit entscheiden, wie sie dabei betreut werden und wie sich durch die Tätigkeit ihr Blick auf das Verhältnis von ‚Theorie‘ und ‚Praxis‘ verändert, ist allerdings noch weitgehend unerforscht (vgl. für erste Einblicke Bäuerlein et al. 2018; Scheidig und Holmeier 2022; Rau-Patschke 2022). Darüber hinaus liegen bislang keine Befunde dahingehend vor, wie die Studierenden Lerngelegenheiten in entsprechenden Unterrichtssettings gestalten.

    Das Mixed-Methods-Projekt „stunde“ (studienunabhängige Unterrichtstätigkeit Studierender im Fach Deutsch) möchte dieses Desiderat aufgreifen und an der Schnittstelle von allgemeiner Professionalisierungsforschung und Deutschdidaktik bearbeiten. Geplant ist zunächst eine breit angelegte Fragebogenerhebung unter Jenaer Deutschstudierenden, um auszuloten, wie viele Studierende des Faches Deutsch (Regelschule, Gymnasium) aktuell überhaupt einer studienunabhängigen Unterrichtstätigkeit nachgehen. Neben allgemeinen Angaben zu Art und Umfang der Tätigkeit sollen mittels erprobter Skalen auch Informationen bspw. über die Motive der Studierenden, ihre Betreuung an der Schule, ihre Überzeugungen zum Theorie-Praxis-Verhältnis, ihr Belastungserleben sowie ihre selbstwahrgenommene Unterrichtsqualität gewonnen werden.

    In einem zweiten Schritt ist weiterführend angedacht, die quantitativen Daten durch eine qualitative, leitfadenbasierte Interviewstudie unter den nebenberuflich unterrichtenden Studierenden zu vertiefen. Dabei sollen zum einen die bereits im Fragebogen erhobenen Konstrukte detaillierter betrachtet werden. Zum anderen werden die Proband:innen aber auch gebeten, eine aus ihrer Sicht gelungene Unterrichtsstunde (inkl. Arbeitsmaterialien, ggf. Stundenverlaufspläne) vorzustellen und zu kommentieren, die sie im Rahmen ihrer nebenberuflichen Tätigkeit gehalten haben. Dadurch sollen die quantitativ und qualitativ erhobenen Überzeugungen mit dem (berichteten) Unterrichtshandeln in Beziehung gesetzt und somit auch eine Verbindung zum Diskurs um Unterrichtsqualität im Fach Deutsch hergestellt werden (Hesse 2024; Hesse und Winkler 2022; Wiprächtiger-Geppert et al. 2021).

    Das Projekt wird von Florian Hesse und Jonas Krause im Rahmen des Honours Programms für exzellente Studierende der FSU Jena durchgeführt.

    Publikationen:

    Hesse, F., & Krause, J. (2024). Studierende unterrichten neben dem Studium als Vertretungslehrkräfte – ein Bericht zum Stand der empirischen Forschung. Didaktik Deutsch, (56), 66–86. https://doi.org/10.21248/dideu.715Externer Link

  • Angebotsseitige Qualität im Literaturunterricht (QuaLITy)

    Das Projekt QuaLITy zielt auf empirische Erkenntnisse über die Praxis alltäglichen Literaturunterrichts, wie er ohne gezielte Einflussnahme von außen unter authentischen Bedingungen stattfindet. Es greift auf Vorarbeiten aus dem Projekt KoALaExterner Link und aus dem abgeschlossenen PromotionsprojektExterner Link von Florian Hesse zurück. Vom Herbst 2022 bis Sommer 2025 haben wir im Projekt insgesamt neun Unterrichtsreihen zu Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ videografiert (8. Gymnasialjahrgang). In jeder Reihe wurden drei Stunden gefilmt (Auftakt-, Mittel-, Abschlussstunde, N = 27). Außerdem wurden Interviews mit den neun Lehrpersonen geführt und Schüler:innenfragebögen zur Ermittlung von Nutzungs- und Wirkungsdaten eingesetzt. Zwei weitere vollständige Datensätze liegen zu einer anderen Schullektüre vor (N = 6 Stunden). Gegenwärtig laufen die Datenauswertungen. Wir kooperieren im Projekt mit Dr. Alexander NaumannExterner Link (DIPF), der aktuell die Professur für Educational Data Science an der TU Dortmund vertritt.
    Projektbezogene Publikationen:

Abgeschlossene Forschungskooperationen

Abgeschlossene Projekte

  • Digitale Fortbildung Deutschdidaktik – individuell, flexibel, praxisnah

    Digitale Fortbildung Deutschdidaktik – individuell, flexibel, praxisnah

    Als Ergebnis unseres Projekts DiLe finden Sie hierExterner Link Online-Kurse zu Herausforderungen des Deutschunterrichts. Die Kurse richten sich an Lehrpersonen, die Verantwortung in der Ausbildung von Deutschlehrkräften tragen (z. B. VfA, fbL, Lehrende im Studienseminar) und/oder sich selbst fachdidaktisch fortbilden möchten.

    Behandelt werden die Themen Lesekompetenz diagnostizieren, Textverstehen überprüfen, Rechtschreiben beurteilen und bewerten, Satzinterne Großschreibung mit Erklärvideos vermitteln sowie Fake News im Deutsch- und Sozialkundeunterricht. Jeder Kurs geht von einer konkreten Problemsituation im Unterricht aus und bietet nach dem Baukastensystem Videos, Arbeitsblätter und Präsentationen, mit denen Sie sich zeitlich und örtlich flexibel weiterbilden können.

    DiLe wurde vom BMBF im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung gefördert.

    Forschungsergebnisse aus DiLe haben wir hier veröffentlicht:
    • Kirmse, Christiane/Krische, Jakob/Winkler, Iris (2023): „Digitale Lerngemeinschaften“ im Praxissemester. Wahrnehmung eines Angebots zur Theorie-Praxis-Relationierung in der Lehrkräftebildung für das Fach Deutsch. In: MiDU – Medien Im Deutschunterricht, 6(2), S. 1–16. https://doi.org/10.18716/OJS/MIDU/2023.2.10Externer Link
    • Winkler, Iris/Kirmse, Christiane (2023): Fachdidaktische (Re-)Konstruktionen für die Lehrkräftebildung. Bedingungen, Beispiele, offene Fragen. In: von Heynitz, Martina/Steinmetz, Michael (Hrsg): Die Konstruktion stärken: Ein Handlungsfeld der Deutschdidaktik neu betrachtet. Berlin: Peter Lang, S. 203-219.

  • Writing with AI: Preparation, Support, Evaluation

    Generative Artificial Intelligence (AI), and in particular the chatbot ChatGPT, is said to have the po-tential to change writing in a profound and disruptive way (Alier et al., 2024; Schindler, 2024). The basis for this assumption is the ever-increasing ability of AI to produce texts within seconds that sim-ulate text structure and coherence so well that even prospective teachers consider them to be ‘hu-man-made’ (e.g. Schicker & Akbulut, 2023, p. 178). It seems possible that AI/computer and human work together and co-actively (Steinhoff, 2023). However, this does not seem to make writing fun-damentally ‘faster’ or ‘easier’ (Förster, 2023, p. 7; Fyfe, 2023, p. 1402). Rather, writing in the ‘new’ context of AI requires the development of further (partial) skills (e.g. text criticism) (e.g. Rödel, 2023).
    Against this background, the Standing Scientific Commission of the Conference (SWK) and UNESCO published recommendations for dealing with AI in the education sector. These recommendations suggest that generative AI should be regarded as a potential resource for teaching and learning. Moreover, the necessity for further training courses in this area is emphasised. The project ‘Schreiben mit KI im Lehramt’ (Writing with AI in teaching) aims to develop and implement a training pro-gramme in this field.

    Target Group:

    The project ‘Schreiben mit KI im Lehramt’ is aimed at teacher students of all subjects. They are con-fronted with the changing situation of writing in a double role: on the one hand, they are learners themselves, especially in academic writing, which is a central form of learning and examination in their studies. Here, AI opens up new and previously unimagined spaces (Fyfe, 2023, p. 1402; Un-derwood, 2021). On the other hand, it is future teachers who are expected to support students in their writing acquisition, which is no less influenced by the perceived disruptive potential of AI appli-cations (Buck & Limburg, 2023).

    Project Goal:

    The project ‘Schreiben mit KI im Lehramt’ aims to support teacher students in meeting these new and complex challenges. In cooperation with the Writing Centre of the FSU Jena, an extracurricular course on writing will be designed, tested and empirically evaluated. The self-learning course consists of three (independent) modules, which primarily address teacher education students in their future teaching role and aim at “transfer effects” on their own (academic) writing. The students are instruct-ed to i) prepare, ii) support and iii) evaluate writing with the assistance of AI. The starting point is interdisciplinary, relevant writing tasks and learner texts from school practice. The modules consist of online and classroom components.

    Project participants:

    Dr. des. Gerrit Helm, project manager and main contact
    Dr. des. Florian Hesse, project management
    Prof. Dr. Iris Winkler, project manager

    Marie Anett Moser, student assistant
    Kilian Dingeldey, student assistant

    Project-related publications:

    • Helm, Gerrit & Hesse, Florian (eingereicht): Usage and beliefs of student teachers towards artificial intelligence in writing. Research in Subject-matter Teaching and Learning (RISTAL).
    • Helm, Gerrit & Hesse, Florian (i.V.): Potenziale generativer KI für das sprachlich-literarische Lehren und Lernen im erstsprachlichen Unterricht. [Arbeitstitel].

    Literature:

    • Alier, M., García-Peñalvo, F.-J., & Camba, J. D. (2024). Generative Artificial Intelligence in Education: From Deceptive to Disruptive. International Journal of Interactive Multimedia and Artificial Intelligence, 8(5), 5. https://doi.org/10.9781/ijimai.2024.02.011Externer Link
    • Buck, I., & Limburg, A. (2023). Hochschulbildung vor dem Hintergrund von Natural Language Proces-sing (KI-Schreibtools). die hochschullehre, 6.
    • Förster, A. G. (2023). Mit KI übersetzen. leseforum.ch, 3.
    • Fyfe, P. (2023). How to cheat on your final paper: Assigning AI for student writing. AI & Society, 38(4), 1395–1405. https://doi.org/10.1007/s00146-022-01397-zExterner Link
    • Rödel, M. (2023). ChatGPT und Textkompetenz: Wie sieht die Zukunft des Schreibens in der Schule aus? Mitteilungen des Deutschen Germanistikverbands, 70(4), 373–381.
    • Schicker, S., & Akbulut, M. (2023). ChatGPT – maschinelle und menschliche Textsortenkompetenz. In S. Schicker & L. Miškulin Saletović (Hrsg.), Sprachliche Handlungsmuster & Text(sorten)kompetenz (S. 169–197). Graz University Library Publishing. https://doi.org/10.25364/978390337426311Externer Link
    • Schindler, K. (2024). Schreiben mit, durch und über KI – Herausforderungen und Chancen für das Schreiben in der Schule. ide, 2(2024).
    • Steinhoff, T. (2023). Literalität oder Digitalität? Sowohl als auch! Überlegungen zu einer postdigitalen Deutschdidaktik am Beispiel des Lesens und Schreibens unter besonderer Berücksichtigung Künstlicher Intelligenz. leseforum.ch, 3.
    • Underwood, T. (2021). Science fiction hasn’t prepared us to imagine machine learning. tedunder-wood.com. https://tedunderwood.com/2021/02/02/why-sf-hasnt-prepared-us-to-imagine-machine-learning/Externer Link
  • Kooperative Planungsgespräche im Praxissemester im Fach Deutsch (KOPPRA-D)

    Das Projekt KOPPRA-D zielte auf das unterrichtsbezogene Handeln von Deutschstudierenden während des Praxissemesters. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Frage, wie die Studierenden fachliches Lernen planen und gestalten, wofür das Modell des kollegialen Unterrichtscoachings (Kreis/Staub 2013, 2017), d. h. das Coaching zwischen Studierenden, als Rahmen genutzt wurde. Auf Basis von 24 videografierten Planungsgesprächen untersuchten wir, welche Unterrichtsmerkmale die Studierenden zu Beginn und am Ende des Praxissemesters für Stunden fokussieren, deren Gegenstand Literatur (im weiten Sinne) ist. Aus fachdidaktischer Sicht bietet das Datenkorpus Möglichkeiten für lohnende Anschlussuntersuchungen in der Lehrerprofessionalisierungsforschung.

    Bei KOPPRA-D handelt es sich um ein gemeinsam verantwortetes Projekt von Dr. Frederike SchmidtExterner Link und Florian HesseExterner Link.

    Publikationen zum Projekt:

    • Schmidt, Frederike/Hesse, Florian (i.Dr.): Gespräche von Praxissemesterstudierenden zur Planung von Unterrichtsstunden im Gegenstandsfeld Literatur. Erste Befunde zur Gestaltung und zu inhaltlichen Relevanzsetzungen. In: Heins, Jochen et al. (Hrsg.): Üben im Kontext sprachlicher und literarästhetischer Handlungsfähigkeit.
    SLLD-B. Sprachlich-Literarisches Lernen und Deutschdidaktik.
    • Trautmann, Sophie (2022): Unterrichtsplanung im Fach Deutsch im Praxissemester. Analyse anhand ausgewählter Beispiele im Projekt KOPPRA-D. Wissenschaftliche Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung.
    Friedrich-Schiller-Universität Jena.

  • LeBiS

    Im Projekt LeBiS wurden Leseautobiographien Studierender im Fach Deutsch untersucht. Das aus dem Lehrkontext entstandene Projekt konzentrierte sich dabei vor allem auf die Rekonstruktion geteilter Überzeugungen (Fives/Buehl 2012) zum Lesen. Als Datengrundlage dienten 83 Leseautobiographien, sechs transkribierte Gruppendiskussionen über Ausschnitte einer Lesebiographie sowie ein Fragebogen zu Hintergrundvariablen der Teilnehmer:innen. Die Befunde sollen perspektivisch eine gezieltere Auseinandersetzung mit solchen Überzeugungen im Lehrkontext zu ermöglichen, wie sie auch in neueren Untersuchungen eingefordert wird (z.B. Mayer 2017).

    LeBiS wurde gemeinsam verantwortet von Christiane KirmseExterner LinkFlorian HesseExterner Link und Anna SeeberExterner Link.

    • Publikationen und Vorträge:
      Kirmse, C., Seeber, A., Hesse F. (2019): Beliefs in reading autobiographies of German L1 teacher students. ARLE-Konferenz 2019. 26.-28. Juni, Lissabon.
    • Hesse, Florian; Kirmse, Christiane & Seeber, Anna (2021): Potentiale von Leseautobiografien im Studium angehender Deutschlehrkräfte. In: Renata Behrendt und David Kreitz (Hrsg.): Autobiografisches Schreiben in Bildungskontexten. Konzepte und Methoden.Externer Link Bielefeld: wbv. S. 137–150.
  • JuDiT-L II

    Im Projekt „Jugenddiagnosetool-Lesekompetenz II (JuDiT-L II)“ wurde ein onlinebasiertes Verfahren zur Diagnose von Lesekompetenz in der beruflichen Bildung entwickelt und durch Begleitforschung abgesichert.

    Projektbeteiligte: Dr. Frederike Schmidt, Kooperationsprojekt mit Prof. Dr. Manfred Pfiffner, PH Zürich

  • KoALa

    Das Projekt „Kognitiv-emotionale Aktivierung durch Lernaufgaben im Literaturunterricht“ (KoALa) diente zur Vorbereitung einer größer angelegten Videostudie zu Qualität alltäglichen Literaturunterrichts. Im Rahmen von KoALa wurde in sechs 8. Gymnasialklassen (N = 6 Lehrpersonen; 107 Lernende) je eine Unterrichtseinheit zur Kurzgeschichte „Streuselschnecke“ von Julia Franck videografiert. Die Pilotdaten wurden u. a. dazu genutzt, das Konstrukt der kognitiven Aktivierung für den Literaturunterricht zu spezifizieren und über Lernaufgaben zu operationalisieren. Angeknüpft wurde dabei an den Diskurs zu qualitätvollem Literaturunterricht und an Befunde zu verstehensrelevanten Merkmalen von Textverstehensaufgaben. Das Projekt „Angebotsseitige Qualität im Literaturunterricht“ (QuaLITyA) baut auf diese Ergebnisse auf und entwickelt sie weiter.

    Projektbezogene Publikationen (Auswahl):

    • Hesse, Florian/Allerdt, Christine/Heinrich, Florian/Winkler, Iris (2020): Rollenwechsel. Schülerfragen als Indikatoren für Irritation und kognitive Aktivierung im Literaturunterricht. In: Freudenberg, Ricarda/Lessing-Sattari, Marie (Hrsg.): Zur Rolle von Irritation und Staunen im Rahmen literarästhetischer Erfahrung. Theoretische Perspektiven, empiriebasierte Beobachtungen und praktische Implikationen. Berlin: Peter Lang, S. 91–110.
    • Winkler, Iris (2020): Cognitive activation in L1 literature classes. A content-specific framework for the description of teaching quality. In: L1-Educational Studies in Language and Literature, 20, pp. 1-32. https://doi.org/10.17239/L1ESLL-2020.20.01.03Externer Link
    • Winkler, Iris (2017): Potenzial zu kognitiver Aktivierung im Literaturunterricht. Fachspezifische Profilierung eines prominenten Konstrukts der Unterrichtsforschung. In: Didaktik Deutsch, H. 43, S. 78-97.
    • Winkler, Iris/Steinmetz, Michael (2016): Zum Spannungsverhältnis von deutschdidaktischen Fragestellungen und empirischen Erkenntnismöglichkeiten am Beispiel des Projekts KoALa. In: Krelle, Michael/Senn, Werner (Hrsg.): Qualitäten von Deutschunterricht. Stuttgart: Fillibach bei Klett, S. 37-56.
  • OVID-PRAX

    Im Projekt „Onlinebasiertes Videofeedback im Praxissemester – Eine Interventionsstudie zum Theorie-Praxisbezug in der Lehre“ (OVID-PRAX) wurde die Wirksamkeit von Videofeedback im Rahmen der Lernbegleitung zum Praxissemester untersucht. Die quasi-experimentelle Studie, gefördert vom BMBF (2017-2020), verband die fachdidaktische und die erziehungswissenschaftliche Perspektive auf Deutschunterricht.

    Projektbezogene Publikationen (Auswahl):

    • Jähne, Miriam/Seeber, Anna/Winkler, Iris (2022): Das Praxissemester als Gelegenheit zum Erwerb fachdidaktischer Kompetenzen? Differenzielle Ergebnisse einer Interventionsstudie mit Deutschstudierenden zur Wirksamkeit onlinebasierten Videofeedbacks. In: Heins, Jochen/Kleinschmidt-Schinke, Katrin/Wieser, Dorothee/Wiesner, Esther (Hrsg.): Üben. Theoretische und empirische Perspektiven in der Deutschdidaktik. SLLD-B, 5.
    • Winkler, Iris/Seeber, Anna (2020): Facetten literaturdidaktischer Kompetenz bei Deutschstudierenden vor und nach dem Praxissemester. Eine Interventionsstudie zur Wirksamkeit videobasierter Lernbegleitung. In: Didaktik Deutsch, H. 49, S. 23–49.
    • Gröschner, Alexander/Klaß, Susi/Winkler, Iris (2019): Lernbegleitung von Langzeitpraktika – Konzeption und Designelemente einer hochschuldidaktischen Intervention mittels Unterrichtsvideos. In: Košinàr, Julia/Gröschner, Alexander/Weyland, Ulrike (Hrsg.): Langzeitpraktika als Lernräume. Historische Bezüge, Konzeptionen und Forschungsbefunde. Münster, New York: Waxmann, S. 85-101.
  • Filmwissen von Schülerinnen und Schülern zum Film „Krabat“

    In einer qualitativen empirischen Studie wurden die Rezeptions- und Verstehensprozesse von Lernenden nach der Erstrezeption des Films „Krabat“ (Kreuzpaintner 2008) untersucht. Als zentrale Erhebungsmethode wurden Filmgespräche mit Schülerinnen und Schülern des 6. und 7. Gymnasialjahrgangs (N=18) geführt. In der Studie zeigte sich, dass der Film „Krabat“ auf jugendliche Zuschauer durchaus die von den Filmemachern intendierte schaurige Wirkung entfaltet. Die Ergebnisse weisen darüber hinaus darauf hin, dass die Schülerinnen und Schüler in unserer Untersuchung über durchaus beachtliches informelles Filmwissen verfügen, welches sie sich i. d. R. induktiv und eher unbewusst in der außerschulischen Medienrezeption angeeignet haben. Dieses Wissen erweist sich für das Filmverstehen als ertragreich, wenngleich es aus fachdidaktischer Sicht auch noch weiter auszudifferenzieren ist. Eine zentrale Implikation unserer Studie ist daher, das informelle Filmwissen der Lernenden als Basis für die Ausbildung filmbezogener Kompetenzen zu nutzen.

    Publikationen zum Projekt:

  • Diagnostik von Lesekompetenz in der Sekundarstufe I

    Im 2016 abgeschlossenen Dissertationsprojekt wurde das onlinebasierte Diagnoseverfahren „JuDiT-L 2.0“ entwickelt, das Deutschlehrkräfte bei der lernprozessbegleitenden Beobachtung und Förderung der Lesekompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler unterstützen soll. Das Verfahren ermöglicht Lehrpersonen, die Lesefähigkeiten ihrer Lernenden kriteriengeleitet und prozessorientiert zu beobachten und ihre Diagnoseergebnisse sukzessive zu dokumentieren. Wesentliches Entwicklungsprinzip bei der Konzeption des Diagnosetools war die Einbindung der Perspektive(n) der Zielgruppe – Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer der Sekundarstufe I. Anhand von Einzelinterviews wurde rekonstruiert, welche Sichtweisen Deutschlehrkräfte auf das Thema Diagnose von Lesekompetenz haben und wie diese das Diagnosetools „JuDiT-L“ nach der Erprobung bewerten. Auf diese Weise wurden fundierte empirische Einsichten über zentrale Bedingungen für den Einsatz eines praxisorientierten Diagnoseverfahrens im Deutschunterricht gewonnen, die im Weiteren dazu genutzt wurden, um Schlussfolgerungen für zukünftige Versionen des Diagnosetools abzuleiten. Mit der Idee einer „dritten Sprache“ zeigt die Studie über das Beispiel „JuDiT-L 2.0“ hinaus neue Kommunikations­strategien für den Dialog zwischen Fachdidaktik und Lehrpersonen auf, die einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Verständigung zwischen Wissenschaft und Praxis darstellen.

    Publikationen zum Projekt:

    • Schmidt, Frederike (2018): Diagnose von Lesekompetenz aus Sicht von Lehrpersonen im Fach Deutsch.Externer Link Didaktische Rekonstruktion eines onlinebasierten Diagnoseverfahrens für die Unterrichtspraxis. Berlin [u.a.]: Peter Lang. (= Positionen der Deutschdidaktik 6)
    • Schmidt, Frederike (2016): Mit der diagnostischen Brille sehen! Ausgewählte empirische Befunde zu Lehrendenperspektiven auf die Diagnose von Lesekompetenz. In: Zimmermann, Holger/Peyer, Ann (Hrsg.): Wissen und Normen – Facetten professioneller Kompetenz von Deutschlehrkräften. Frankfurt am Main: Peter Lang, S. 63-86.
    • Schmidt, Frederike (2015): Den diagnostischen Blick schärfen: Vorstellungen und Orientierungen von Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern zur Diagnose von Lesekompetenz. In: Bräuer, Christoph/Wieser, Dorothee (Hrsg.): Lehrenden im Blick. Empirische Lehrerforschung in der Deutschdidaktik. Wiesbaden: Springer VS, S. 89-109.
    • Schmidt, Frederike (2013): Den Schüler im Blick – Zur Entwicklung und Erprobung eines Diagnosetools für Lesekompetenz in der Sekundarstufe I. In: Komorek, Michael/Prediger, Susanne (Hrsg.): Der lange Weg zum Unterrichtsdesign – Zur theoretischen Begründung und Umsetzung eines genuin fachdidaktischen Forschungs‐ und Entwicklungsprogramms. Münster: Waxmann, S. 257-272.
  • Interdisziplinäre Forschung in der Deutschdidaktik – „Fremde Schwestern“ im Dialog

    Eine Reihe wichtiger Forschungsfragen der Deutschdidaktik können nur in interdisziplinären Kooperationen bearbeitet werden. Modelle, Herausforderungen und Gelingensbedingungen interdisziplinärer Forschung in der Deutschdidaktik stellt ein 2016 von Iris Winkler und Frederike Schmidt herausgegebener Sammelband vor.

    zum VerlagExterner Link

  • ProfJL

    Das Projekt „Kooperationsseminare Fachwissenschaft, Fachdidaktik, Unterricht“ zielte darauf, fachwissenschaftliche und fachdidaktische Lernangebote im Lehramtsstudium enger aufeinander abzustimmen. Das Projekt wurde vom BMBF im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung gefördert (2015-2018).

    Publikationen: