MUTig auf Vergangenes bauen!
Der Projektgedanke
Die Einschränkungen der Corona-Pandemie haben insbesondere Kindern und Jugendlichen in ländlichen Räumen Zugänge zu Bildungschancen erschwert. Soziale und kommunikative Kompetenzen konnten viele SchülerInnen nur eingeschränkt erwerben und praktisch erproben. Ziel war es, für Schule, Ausbildung und Studium wichtige Fähigkeiten im Rahmen eines Peer-to-Peer-Konzepts zu fördern, neue kulturelle Erfahrungen zu ermöglichen und damit das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden nachhaltig zu stärken.
Regionalmuseen bieten als außerschulische, identitätsstiftende Lernorte geeignete Möglichkeiten der Vermittlung von Kompetenzen sowie der Anleitung zu ehrenamtlichen Engagement – mangelnde Personalausstattung und ein geringer Finanzrahmen hemmt bislang Klein- und Kleinstmuseen an der Erfüllung ihrer Funktion. Das Vorhaben zielte darauf ab, Kinder und Jugendliche beispielhaft am Thema Archäologie aktiv in das kulturelle Leben in den Gemeinden einzubeziehen und sie zu ehrenamtlicher Kulturvermittlung anzuleiten.
Indem an insgesamt 5 Standorten in Thüringen und Sachsen überregionaler historischer Bedeutung (museal umgenutzt) auf die lokale Verortung und Verwendung von historischen Baumaterialien, auf Baugeschichte und Architektur aufmerksam gemacht wurde, entstand ein Bewusstsein für die identitäre Aktualität der gebauten Vergangenheit für die Gegenwart des eigenen Lebensumfeldes (oder Wohnortes). Kinder, Jugendliche und ihre Familien erfuhren kleine und kleinste Museen als Orte des Lernens und Austauschs, mit niedrigschwelligen Bildungs- und Vermittlungsangeboten, als Ort der gesellschaftlichen Teilhabe und des ehrenamtlichen Engagements. Sie erwarben im Museum neues Wissen und neue Kompetenzen; sie übernahmen als ehrenamtliche Kulturvermittler Verantwortung und stärkten nachhaltig ihr Selbstbewusstsein. Das Engagement der Kinder und Jugendlichen als Vermittler in öffentlichen Führungen war für Gleichaltrige sichtbar: sie regten als Multiplikatoren andere zu Engagement an.