Tanzender Satyr

Standort: Institut für Altertumswissenschaften / Fürstengraben 25 // 3. OG Foyer

Objektbeschreibung

Inv.-Nr. 266                                 

Erwerb: vor 1854 durch Carl Wilhelm Goettling

Abguss nach: Römische Marmorkopie eines griechischen Originals aus dem 3. Jh. v. Chr. // Florenz, Uffizien Inv.-Nr. 1914.220

Fundort: unbekannt

Datierung der römischen Marmorkopie: 1. Jh. n. Chr.

Ergänzungen:

Höhe: 

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Die Statue des Tanzenden Satyrn, auch als „Satyr mit der Fußklapper“ bekannt, gehört zu den eindrucksvollen antiken Skulpturen in den Uffizien in Florenz. Das Werk ist eine römische Marmorkopie nach einem griechischen Original, das vermutlich ins 3. Jh. v. Chr. und somit in die hellenistische Zeit datiert werden kann. Der Kopf, die Arme sowie einige Teile der Beine wurden nachträglich ergänzt, was bedeutet, dass das griechische Bronzeoriginal ursprünglich möglicherweise anders ausgesehen hat. Von wem und wann diese Ergänzungen hinzugefügt wurden, ist unklar, unsichere Quellen geben allerdings Michelangelo als Schöpfer an. 

Die Statue zeigt einen Satyr – ein mythisches Wesen aus dem Gefolge des Gottes Dionysos – in einer lebhaften Tanzbewegung. Der Satyr wird in einem Moment dynamischer Bewegung dargestellt: Sein Körper ist leicht gedreht, ein Bein ist angehoben, und die Haltung wirkt fast wie ein eingefrorener Tanzschritt. Diese Bewegung verleiht der Statue eine besondere Lebendigkeit und unterscheidet sie deutlich von den ruhigeren, ausgewogeneren Figuren der klassischen Epoche. Die Darstellung spiegelt typische Merkmale der hellenistischen Kunst wider, die sich durch Ausdrucksstärke, Bewegung und emotionale Intensität auszeichnet.

Namensgebend ist die sogenannte „Fußklapper“, ein Krupezion, ein kleines rhythmisches Instrument, das der Satyr vermutlich während des Tanzes benutzt. In den Händen hält er jeweils ein Schallbecken, welche er im Begriff ist, aufeinanderzuschlagen. Dieses Detail verweist auf die enge Verbindung der Satyrn mit Musik, Festen und ekstatischen Kulten, insbesondere im Zusammenhang mit dem Weingott Dionysos. Die Figur verkörpert damit nicht nur körperliche Bewegung, sondern auch Lebensfreude und Ausgelassenheit.

Anatomisch ist der Körper sorgfältig ausgearbeitet: Die Muskulatur ist deutlich modelliert, ohne übertrieben zu wirken, und vermittelt den Eindruck von Spannung und Energie. Gleichzeitig zeigen Gesicht und Ausdruck eine gewisse Wildheit, die typisch für die Darstellung von Satyrn ist. Oft werden diese als halb menschlich, halb tierisch beschrieben, was sich in Details wie leicht angedeuteten spitzen Ohren oder einem ungestümen Ausdruck widerspiegeln kann.

Die Oberfläche des Marmors ist fein bearbeitet, wodurch ein lebendiges Spiel von Licht und Schatten entsteht. Besonders in den Bereichen der Haare und der Muskulatur zeigt sich die handwerkliche Präzision des Bildhauers. Trotz der Dynamik bleibt die Komposition ausgewogen, was auf die hohe künstlerische Qualität des zugrunde liegenden griechischen Originals hinweist.

Heute zählt der Tanzende Satyr zu den anschaulichsten Beispielen für die Darstellung von Bewegung und Ausdruck in der hellenistischen Plastik. 

Abbildung folgt