Porträtstatue eines Römers, sog. Marcellus

Standort: Institut für Altertumswissenschaften / Fürstengraben 25 // 2. OG Foyer

Objektbeschreibung

Inv.-Nr. 301                                 

Erwerb: vor 1854

Abguss nach: Marmorstatue // Paris, Louvre Inv.-Nr. MR 315; N 272; Ma 1207

Fundort: Rom (Italien), Esquilin

Datierung: um 20 v. Chr.

Ergänzungen:

Höhe: 1,80 m

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Die sogenannte Marcellus-Statue im Louvre in Paris ist ein bedeutendes Beispiel römischer Porträtkunst und vermittelt einen anschaulichen Eindruck vom Selbstverständnis der römischen Elite. Sie zeigt einen nackten Mann mit einem über den linken Arm gelegten Mantel. Die Statue wird meist in die Zeit des späten 1. Jahrhunderts v. Chr. oder frühen 1. Jahrhunderts n. Chr. datiert.

Die Identifikation mit Marcus Claudius Marcellus, einem Neffen des römischen Kaisers Augustus, ist nicht eindeutig gesichert; früher wurde die Statue für eine Darstellung des Germanicus gehalten. Dennoch deutet die sorgfältige Ausführung darauf hin, dass es sich um eine Persönlichkeit von gesellschaftlicher Bedeutung gehandelt haben dürfte.

Die Statue besteht aus Marmor und zeugt von hoher handwerklicher Qualität. Sie geht möglicherweise auf eine griechischen Statue aus dem 5. Jh. v. Chr. zurück und entspricht im Typus dem Hermes Ludovisi. Bei der römischen Porträtstatue zeigt sich besonders im Bereich der Augen, des Mundes und der Haarstruktur die Präzision des Bildhauers, der durch eine Inschrift namentlich überliefert ist:

ΚΛΕΟΜΕΝΗΣ ΚΛΕΟΜΕΝΟΥΣ ΑΘΗΝΑΙΟΣΕ ΠΟΙΗΣΕΝ („Kleomenes, der Sohn des Kleomenes aus Athen“)

Heute ist diese Statue Teil der Antikensammlung des Louvre und dient als wichtiges Beispiel für die Entwicklung der römischen Porträtkunst. 

Abbildung folgt