Aphrodite, sog. Venus von Milo

Standort: Institut für Altertumswissenschaften / Fürstengraben 25 // 1. OG Foyer

Objektbeschreibung

Inv.-Nr. 269                                 

Erwerb: zwischen 1846 und 1854 aus Mitteln der Akademischen Rosenvorlesungen

Abguss nach: Marmorstatue // Paris, Louvre Inv.-Nr. 3997400

Fundort: Insel Melos (Griechenland)

Datierung: um 130 v. Chr.

Ergänzungen: beide Arme fehlen, auf Höhe der Hüfte zusammengesetzt

Höhe: 2,03 m

-----------------

Die sogenannte Venus von Milo zählt zu den bekanntesten Skulpturen der Antike und ist heute eines der bedeutendsten Ausstellungsstücke im Louvre in Paris. Die Marmorstatue wird auf etwa 130 bis 100 v. Chr. datiert und stammt aus der späten hellenistischen Epoche der griechischen Kunst. Entdeckt wurde sie im Jahr 1820 auf der griechischen Insel Melos, der sie auch ihren Namen verdankt.

Die Statue ist etwa 2,03 Meter hoch und stellt eine weibliche Figur dar, die als Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe und Schönheit, interpretiert wird. Charakteristisch für die Venus von Milo ist ihre elegante, leicht gedrehte Körperhaltung, die dem Werk eine gewisse Dynamik verleiht. Der Oberkörper ist unbekleidet, während ein kunstvoll drapierter Stoff die Hüften und Beine umspielt. Diese Kombination aus Nacktheit und Gewand betont sowohl die natürliche Körperform als auch die künstlerische Raffinesse der Darstellung.

Besonders auffällig ist, dass der Statue beide Arme fehlen. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wie die ursprüngliche Haltung aussah oder welche Attribute die Figur möglicherweise hielt. Verschiedene Theorien gehen davon aus, dass sie einen Apfel, einen Spiegel oder einen Schild, in dem sie ihr Spiegelbild betrachtet, getragen haben könnte. Trotz dieses Verlusts hat die Skulptur nichts von ihrer Ausstrahlung eingebüßt – im Gegenteil: Die fehlenden Arme tragen zur geheimnisvollen Wirkung bei und regen die Fantasie der Betrachter:innen an.

Stilistisch vereint die Venus von Milo Elemente der klassischen und der hellenistischen Kunst. Während die harmonischen Proportionen und die ruhige Ausstrahlung an die klassische Zeit erinnern, zeigen die leichte Bewegung und die realistischere Körperdarstellung typische Merkmale des Hellenismus. Diese Verbindung macht die Statue zu einem wichtigen Beispiel für den Übergang zwischen den Epochen und zu einem der bedeutendsten Werke der hellenistischen Kunst, auch wenn der Name des Künstlers unbekannt ist.

Heute wird die Venus von Milo im Louvre in einem eigens gestalteten Saal präsentiert, wo sie jährlich von Millionen Besucher:innen bewundert wird. Sie gilt nicht nur als Meisterwerk der antiken Bildhauerkunst, sondern auch als Symbol für zeitlose Schönheit und künstlerische Perfektion.

Abbildung folgt