Porträtstatue eines Mädchens

Standort: Institut für Altertumswissenschaften / Fürstengraben 25 // 1. OG Sekretariat

Objektbeschreibung

Inv.-Nr. 302                                 

Erwerb: 1850 durch den Archäologischen Verein

Abguss nach: Marmorstatue // Paris, Louvre Inv.-Nr. MR 203; Ma 682

Fundort: Italien 

Datierung: 4. Viertel des 1. Jhs. v. Chr. bis 1. Viertel des 1. Jhs. n. Chr.

Ergänzungen: Der Kopf wurde wieder am Körper befestigt. Ein Teil des Gewandes wurde ebenfalls wieder angeklebt. Die fehlende Nase und das Kinn wurden aus Marmor neu angefertigt. Fehlstellen am Haarknoten wurden ergänzt. Der rechte Arm und die rechte Hand, ein Stück des Gewandes, die linke Hand sowie der Rand des Gewandes, die fehlten, wurden aus Marmor neu angefertigt. Fehlstellen am unteren Rand des Mantels wurden ergänzt. Am großen Zeh des linken Fußes ist eine Fehlstelle sichtbar.

Höhe: 1,44 m

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Bei dieser Figur handelt es sich um die Darstellung eines jungen Mädchens, vermutlich im halbwüchsigen Alter. Anders als viele idealisierte Darstellungen göttlicher oder mythologischer Figuren vermittelt diese Statue einen vergleichsweise individuellen Eindruck. Solche Werke werden häufig als Porträtstatuen interpretiert, die reale Personen darstellen. Gerade in der römischen Kunst war es üblich, verstorbene Kinder oder Jugendliche in Form von Statuen zu verewigen.

Stilistisch steht diese Statue in der Tradition der griechischen Kunst, die von den Römern vielfach rezipiert und weiterentwickelt wurde. Die Körperhaltung ist ruhig und ausgewogen, wobei der Faltenwurf des Gewandes eine wichtige Rolle spielt. Das Mädchen trägt Sandalen, ein leichtes Untergewand und darüber einen Mantel, welchen sie mit der zum Gesicht erhobenen rechten Hand hält, während die Stoffbahn über den linken leicht nach vorn gestreckten Arm fällt.

Ein auffälliges Charakteristikum vieler römischer Mädchenstatuen ist die Frisur, die oft modischen Trends der Zeit folgt. Dieses Mädchen trägt einen auffällig geknoteten Haardutt. In der römischen Porträtkunst spielte die Wiedergabe individueller Merkmale – etwa Frisur, Gesichtsausdruck oder Proportionen – eine zentrale Rolle, wodurch sich diese Werke von rein idealisierten griechischen Vorbildern unterscheiden.

Abbildung folgt