Novalis- und Blütenstaub-Preis
Externer LinkNovalis- und Blütenstaub-Preis
Leitung: Prof. Dr. Johannes Grave und Dr. Helmut Hühn
Louis Gabriel Eugène Isabey, La procession (1872) (Ausschnitt)
Foto: privat
Die im Jahr 2010 gegründete Forschungsstelle Europäische Romantik wurde 2025 in das neue Jenaer Zentrum für Romantikforschung überführt. Aktuelle Informationen zur Romantikforschung in Jena finden Sie auf den Seiten des Zentrums für RomantikforschungExterner Link. Die vorliegende Seite informiert über die Arbeit der Forschungsstelle in den Jahren 2010 bis 2025.
Rückblick
Die Forschungsstelle wurde 2010 als Ort einer langfristigen, fächerübergreifenden Erforschung der Romantik und ihrer Wirkungen eingerichtet. Im Zentrum der Arbeit standen Konstellationen und Konfigurationen in Kunst, Philosophie, Literatur, Wissenschaft, Religion und Gesellschaft im Zeitraum von 1750 bis 1850, und zwar in problemgeschichtlicher Absicht und mit besonderer Rücksicht auf europäische Austauschbeziehungen und Verflechtungen. Mit der Untersuchung historischer Konstellationen verband sich das Anliegen, systematische und theoretische Fragen in den Blick zu nehmen, denen auch in der Gegenwart noch ein hohes Maß an Bedeutung zukommt. Auf diese Weise trug die Forschungsstelle zur Rekonstruktion einer Problemgeschichte der Moderne und ihrer Genese bei. Sie beschränkte sich daher nicht allein auf Protagonisten und Werke der Romantik, sondern berücksichtigte auch parallele oder widerstreitende Phänomene und Konstellationen (Aufklärung, Klassik, Kantianismus, Idealismus etc.).
Ihre spezifische institutionelle Verankerung, die Anbindung an die Professur für Neuere Kunstgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie an das universitätseigene Schillersche Gartenhaus, verstand die Forschungsstelle als Anstoß, um innovative Perspektivierungen der Romantik zu erproben: Sie setzte zum einen den Jenaer und Weimarer Mikrokosmos um 1800 in Bezug zu zentralen Fragen der kulturellen Entwicklung Europas in der Moderne und akzentuierte zum anderen nachdrücklich die Relevanz künstlerischer und bildlicher Ausdrucksformen, deren Bedeutung in der Romantik-Forschung noch immer oft hinter der Literatur zurücktritt. Die Romantik war nicht zuletzt von der Überzeugung getragen, dass die Produktion und Rezeption von künstlerischen oder literarischen Werken eine ganz eigene, höchst produktive Praxis des Denkens ermögliche und dass sich zugleich theoretisches und philosophisches Reflektieren mit Gewinn genuin ästhetischer Mittel bedienen könne. Ein besonderes Anliegen der Forschungsstelle ist es daher gewesen, einen vertieften Dialog zwischen der kunsthistorischen und der philosophischen Romantik-Forschung zu befördern.
Zur Institutionengeschichte
Die Forschungsstelle Europäische Romantik wurde 2010 durch Reinhard Wegner und Helmut Hühn gegründet; sie verstand sich auch als eine Einrichtung, die Fragestellungen und Impulse des SFB „Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800“ (SFB 482) weiterverfolgt. Die Forschungsstelle hat eine Vielzahl wissenschaftlicher wie künstlerischer Veranstaltungen organisiert, Publikationen vorgelegt (darunter Europäische Romantik, Interdisziplinäre Perspektiven der Forschung, hg. von H. Hühn u. J. Schiedermair, Berlin 2015) und insbesondere an der Konzeption und Umsetzung des DFG-Schwerpunktprogramms „Ästhetische Eigenzeiten“ (SPP 1688) mitgewirkt. Eine enge Kooperation bestand zwischen der Forschungsstelle und dem 2024 abgeschlossenen Graduiertenkolleg Modell Romantik. Variation – Reichweite – Aktualität (GRK 2041)Externer Link. Daneben kooperierte sie intensiv mit der Forschungsgruppe Europäische Romantik oder Romantiken in Europa?.
Im Jahr 2025 ist die Forschungsstelle im Jenaer Zentrum für RomantikforschungExterner Link aufgegangen, das die intermediale wie europäische Dimension der Romantik nochmals verstärkt zur Geltung bringt. Das Zentrum führt die erfolgreiche Arbeit der Forschungsstelle fort. In der Nachfolge der Forschungsstelle vergibt das Zentrum für Romantikforschung gemeinsam mit der Internationalen Novalis-Gesellschaft alle zwei Jahre den „Novalis-Preis“ für innovative wissenschaftliche Forschungen zum Themenfeld der europäischen Romantik sowie den „Blütenstaub-Preis“ für kreative Romantik-Projekte von Schülerinnen und Schülern oder Studierenden.
Mitglieder (Archiv)
Prof. Dr. Johannes Grave
Dr. Helmut Hühn
Prof. Dr. Reinhard Wegner
Dr. Elisabeth Ansel
Christin Bates (geb. Neubauer)
David Grube-Palzer
Justus Hierlmeier
Nico Karge
Selina Kusche
John Norrman
Max Pommer
PD Dr. Johannes Rößler
Sonja Scherbaum
Tilman Schreiber
Mira Claire Zadrozny