Projekte, Forschung, Abschlussarbeiten

Aktuelle Projekte

Spiel im Museum! Antike erleben Inhalt einblenden
Altägyptisches Senet oder doch lieber römisches Ludus Latrunculorum? Altägyptisches Senet oder doch lieber römisches Ludus Latrunculorum? Foto: LS f. Klassische Archäologie

Spielen ist Zeitvertreib, Unterhaltung, Lernen und Kommunikation zugleich. In unserem Projekt schlagen wir mit Kindern und Jugendlichen zwischen Gipsabgüssen antiker Statuen und originaler antiker Keramik eine Brücke von den Spielen der Antike zur Welt der modernen Spiele rund um das Thema Antike. Wieso spielt der Mensch und wie funktionieren Spiele überhaupt?

Wir bieten hierzu in den Sommer- und Herbstferien 2020 sowie in den Winter- und Osterferien 2021 zweiwöchige Projektmaßnahmen an, die sich vor allem an spielebegeisterte Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 16 Jahren richten, aber auch interessierte Eltern (oder Großeltern) sind gern zur Teilnahme eingeladen.


Gemeinsam wollen wir ein eigenes Spiel entwickeln, das neugierig auf die Welt der Antike macht und das zugleich eigenes Wissen auf die Probe stellt.

Die finanzielle Förderung erfolgt durch das Programm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Unterstützung erhält das Ferienprojekt durch die Kooperationspartner Kinder- und Jugendzentrum KLEX in Lobeda und die Kindersprachbrücke Jena e.V. sowie die  Freizeitagentur "teens-freetime" der Lobdeburgschule Jena.

Mehr als Brot und Wein – Intergenerationelles Lernen und kulturelle Bildung am Beispiel der antiken Esskultur Inhalt einblenden
Nachstellung eines antiken Symposiums Nachstellung eines antiken Symposiums Foto: Lehrstuhl für Klassische Archäologie

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels – der sich besonders im ländlichen Raum zeigt – initiiert der Lehrstuhl für Klassische Archäologie in Zusammenarbeit mit vier Regionalmuseen in Thüringen und Sachsen ein generationsübergreifendes Projekt: Jugendliche und Senioren lernen von- und miteinander im Museum und werden am Beispiel "Ess- und Trinkkultur in der Antike" zu ehrenamtlichem Engagement angeleitet.

Ziel ist es, die kulturelle Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und Senioren im ländlichen Raum durch museale Bildungsangebote zu steigern und zu sinnstiftender Tätigkeit und lebenslangem Lernen anzuregen. Eine von den Teilnehmenden - unter Anleitung des Lehrstuhls für Klassische Archäologie – erarbeitete Wechselausstellung präsentiert die Ergebnisse des generationsübergreifenden Bildungsprojekts. Ein umfangreiches Begleitprogramm – Führungen für Familien, Schulklassen und Erwachsene sowie Abendvorträge – richtet sich an ein möglichst breites Publikum und möchte damit auch die Attraktivität der Regionalmuseen steigern.

Die abschließende Ausstellung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena würdigt nicht nur die Arbeit der Regionalmuseen, sondern schafft auch Anknüpfungspunkte für zukünftige Projekte der kulturellen Bildung.

Das Projekt wird an folgenden Regionalmuseen umgesetzt: 

Bericht über die Aktivitäten des Projekts in Sömmerda: Sömmerdaer Allgemeine vom 11.10.2019 [pdf, 305 kb]

Bericht über die Ausstellungseröffnung in Kapellendorf: Thüringer Allgemeine (05.09.2020) [pdf, 292 kb] und Ausstellung Kapellendorf [pdf, 690 kb]

Bericht über die Aktivitäten und Ausstellung des Projekts in Waldenburg: Freie Presse (28.08.2020) [pdf, 276 kb] und Ausstellung Waldenburg [pdf, 572 kb]

Bericht über die Aktivitäten des Projekts in Pößneck: OTZ (28.10.2020) [jpg, 606 kb] und Pößnecker Stadtanzeiger (20.11.2020) [pdf, 1 mb], Seite 5—6

Römische Zentralbauten der Kaiserzeit und Spätantike Inhalt einblenden
Baptisterium von Albenga/Italien (Mitte 5. Jh. n.Chr.) - Grundriss H. Windfeld-Hansen nach der Vorlage von P. Verzone Abbildung: LS Klassische Archäologie

"Römische Zentralbauten der Kaiserzeit und Spätantike: Aufarbeitung und Aktualisierung der  umfangreichen Materialsammlung des dänischen Architekten H. Windfeld-Hansen, Rom"

  • Projektleitung: Prof. Dr. Angelika Geyer
  • Bearbeiter: Marcolf Baliga, M.A.


Dr. Windfeld-Hansen-Archiv

Abgeschlossene Projekte

MuseobilBOX Inhalt einblenden
Logo MuseobilBOX Bild: Kultur macht Stark. Bündnisse für Bildung

Was ist die MuseobilBOX?

Das in den Antikensammlungen der FSU Jena verortete Ferienangebot "MuseobilBOX. Antike zum Selbermachen" basierte auf dem vom Bundesverband für Museumspädagogik e.V. entworfenen Rahmenkonzept »MuseobilBOX. Museum zum Selbermachen«, mit dem bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche in ihrer kulturellen Entwicklung gefördert werden. Die finanzielle Förderung erfolgte durch das Programm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Was gab's dazu in Jena?

In den Sommerferien 2016 haben wir das Projekt "MuseobilBOX: Antike zum Selbermachen" erstmals in den Antikensammlungen der FSU Jena durchgeführt. Die Teilnehmer erlebten, dass Museum nicht leise und langweilig ist: Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 16 Jahren fertigten Keramik nach antiken Vorbildern, erprobten sich im Theaterspiel und in moderner Fotografie. Dabei erhielten die Teilnehmer auch altersgerechte Einblicke in die Aufgabenbereiche musealer Sammlungen.

Unterstützung erhielt das Ferienprojekt durch die beiden Kooperationspartner Kinder- und Jugendzentrum KLEX in Lobeda und die Kindersprachbrücke Jena e.V.

2017 ging das Projekt in seine zweite Runde und wurd zusätzlich durch den Kooperationspartner Lobdeburgschule Jena unterstützt.

Das Hinterland der römischen Provinz Lusitania Inhalt einblenden
Espargal, Luftbild der Ausgrabungsfläche 2011 Foto: LS Klassische Archäologie

Aktuell stellen Forschungen über die Struktur ländlicher Siedlungen im Hinterland der römischen Provinz Lusitania (heute Portugal und Teile Ost-Spaniens) im Gegensatz zur küstennahen Besiedlung während der römischen Epoche (2./1. Jh. v.Chr. bis 5. Jh. n.Chr.) eine Forschungslücke dar. Da hier neben der agrarischen Nutzung (Öl-, Wein-, Getreideanbau; Viehzucht) wohl auch bergbauliche Tätigkeiten eine Rolle spielen, soll im Rahmen des Projektes die Struktur der ländlichen Besiedlung im Hinterland der südlichen Provinz Lusitania und deren wirtschaftliche Grundlagen sowie die damit verbundenen Infrastrukturen anhand einer Fallstudie des Gebietes zwischen den heutigen Städten Silves und Loulé genauer untersucht werden. Diese Gegend ist bisher niemals Gegenstand systematischer archäologischer Untersuchungen gewesen. Neben einem Survey im Bereich von wichtigen Verkehrswegen (antike Straßen, Rio Aráde) und Arealen, die klimatisch, pedologisch und hydrographisch für die Landwirtschaft besonders geeignet scheinen, werden Ausgrabungen an drei Orten (Corte und Barradas, beide im Bezirk Silves sowie Espargal im Bezirk Loulé) erfolgen, um die wirtschaftlichen Grundlagen und daraus resultierende, strukturelle Besonderheiten auch in ihren architektonischen Implikationen (Villen, Siedlungsagglomerationen) zu erfassen. In welchem Maße sich der mögliche Strukturwandel im Zuge der Romanisierung auf die Vegetation bzw. Landschaft im Umfeld der Siedlungen auswirkten, soll ebenfalls analysiert werden.

Vils-Schönbichl Inhalt einblenden

"Ein spätrömischer burgus bei Vils-Schönbichl? – Eine Untersuchung von bislang undatierten Bauresten auf dem Gebiet der Katastralgemeinde Vils in Österreich"

Von einem Geländesporn, der sich rund 20 m über das Vilstal erhebt, lässt sich die Gegend im Südosten fast bis nach Musau und im Nordwesten bis in das Pfrontener Siedlungsgebiet einsehen, so dass der Heimatforscher Richard Knussert in den baulichen Resten auf der Anhöhe einen spätrömischen Burgus vermutete. Zur Überprüfung dieser These konnten im August 2011 Teile eines mindestens dreiräumigen Gebäudes aus teilweise grob behauenen und vermörtelten  Kalkbruchsteinen freigelegt werden. Erste Untersuchungen an den Kleinfunden und baulichen Resten legen eine Datierung in den Zeitraum vom 16. Jh. bis in das 18. Jh. nahe. Somit ist die These Knusserts widerlegt. Im Sommer 2012 wird die Ausgrabung fortgesetzt, um genauere Aussagen zum Grundriss und zur Datierung des Gebäudes treffen zu können.

Weiterführende Literatur:

  • R. Knussert, Das Füssener Land in früher Zeit, Allgäuer Heimatbücher 53, Kempten 1955, 38.
  • S. Matz, Vils-Schönbichl, Fundberichte aus Österreich 50, 2011 (in Vorbereitung).

Die Durchführung des Projektes ist durch eine Finanzierung der Franz-und Eva-Rutzen-Stiftung und die großzügige Unterstützung durch den Museumsverein Vils möglich.

Links:

Blick auf die Grabungsfläche von Osten Foto: LS Klassische Archäologie
Tempel in Quinta de Marim (Olhão, Algarve, Portugal) Inhalt einblenden
Luftbild der Grabungsfläche 2004 Foto: LS Klassische Archäologie

In den Jahren 2002–2004 wurde durch den Lehrstuhl für Klassische Archäologie der Friedrich-Schiller-Universität ein seit 1877 bekannter und in Skizzen überlieferter, jedoch wieder verschütteter Komplex mit einem Apsidenbau, dem sog. "Tempel", erneut freigelegt und dokumentiert. Dabei konnte die enge typologische und chronologische Verwandtschaft des Apsidenbaues mit Peristasis, der aufgrund von Kleinfunden in die Zeit um 300 n. Chr. datiert werden kann, mit den beiden in der Vergangenheit ebenfalls als Tempel bzw. Heiligtümer gedeuteten Bauten im benachbarten Milreu/Estói (Algarve, Portugal) und im ca. 120 km nördlich gelegenen São Cucufate/Vila de Frades (Alentejo, Portugal) bestätigt werden. Weiterhin ergab sich vor allem aufgrund typologischer Vergleiche von Grabbauten des 4. Jahrhunderts n. Chr. in Hispanien (Los Castillejos, Carranque, beide Spanien) und in anderen Regionen des Imperium Romanum (Surburbium Roms, Nola/ Cimitile, Insel Lipari, Delphi, Mautern/Österreich) eine Neudeutung als Grabbau. Bei den drei Bauten in Portugal wurde dem Grabbau jeweils noch eine Peristasis mit korinthischen Säulen als zusätzliches Aufwandselement beigegeben; weitere Elemente der luxuriösen Ausstattung sind Marmorinkrustation, polychrome Mosaiken und ein Bronzedach. Eine sepulkrale Funktion, die vielleicht schon in einem christlichen Kontext steht, muss demnach auch für die Zwillingsbauten in Milreu und São Cucufate angenommen werden. Bei dem quadratischen, direkt an das Mausoleum mit Apsis und Peristasis angebauten Bau in Marim, der 2003 untersucht wurde, handelt es sich mit Sicherheit ebenfalls um einen Grabbau, vermutlich eine aedicula oder eine Art Grabturm aus der frühen oder mittleren Kaiserzeit; eine genaue Datierung ist aufgrund der bereits im Zuge der Ausgrabungen im 19. Jh. zerstörten Stratigraphie aber nicht möglich. In einer kleinen, Reliefsarkophags mit Darstellung eines Eroten (bei der Weinlese?) gefunden werden. Die beiden Grabbauten gehörten aller Wahrscheinlichkeit nach den Besitzern einer riesigen Villa, die sich vermutlich in einem Areal etwa 50 m nordöstlich von dem untersuchten Komplex befunden hat. Zahlreiche Terra Sigillata-Scherben, Mosaiktesserae und Fragmente von farbigem Wandputz, die sich im Bereich nachträglich angebauten Kammer konnte ein Fragment eines der (vermuteten) Villa in großer Zahl an der Oberfläche finden, zeugen von einer luxuriösen Ausstattung dieses Gebäudes. Zur Klärung topographischer Zusammenhänge wurde im Sommer 2003 ein Field-Walking-Survey im Bereich nördlich und östlich der Ausgrabungszone unternommen. Dabei wurden vor allem Keramik und einige obertägig sichtbare Mauern dokumentiert. Eine ebenfalls 2003 durchgeführte geomagnetische Prospektion erbrachte keine verwertbaren Resultate. Vorberichte über die Forschungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena sind bereits veröffentlicht, eine abschließende Publikation - u.a. mit Aufarbeitung der Fundkeramik (Th. Schierl) und der Fundmünzen (T. Kleinschmidt) ist in Vorbereitung.

Publikationen:

  • D. Graen, Sepultus in villa – Bestattet in der Villa. Drei Zentralbauten in Portugal zeugen vom Grabprunk der Spätantike, Antike Welt 35 Nr. 3, 2004, 65–74.
  • D. Graen, Two Roman Mausoleums at Quinta de Marim (Olhão): Preliminary Results of the Excavations in 2002 and 2003, Revista Portuguesa de Arqueologia, Vol. 8 no.1, 2005, 151–161.
  • D. Graen, The So-Called Temples of Milreu, São Cucufate and Quinta de Marim
    – A Suggestion of a New Interpretation of Their Function, Based on Actual Excavations and Iconographic Studies, in: Actas do II Encontro de Arqueologia do Algarve, Silves 17–19/10/2003, Xelb 5 (Silves 2005) 70–80.
  • D. Graen, Os mosaicos do 'santuário' de Milreu no contexto de uma nova interpretação, O Arqueólogo Português, Série IV, Vol. 23, 2005, 367-415.
  • D. Graen, O sítio da Quinta de Marim (Olhão) na época tardo-romana e o problema da localização da "statio sacra", Revista Portuguesa de Arqueologia, Vol. 10 no. 1, 2007, 275–288.
  • D. Graen, Ein neues Fragment eines Reliefsarkophags aus Quinta de Marim (Olhão, Distr. Faro, Portugal). Bemerkungen zur Sarkophagbestattung in der Lusitania, Madrider Mitteilungen 48, 2007,191–203.
  • D. Graen – T. Kleinschmidt – Th. Schierl – K. Zimmermann, The site of Quinta de Marim. Results and Perspectives of investigation, in: Xelb 8, Actas do 5o Encontro de Arqueologia do Algarve, Silves 25–27/10/2007 (Silves 2008) 223–242
DFG-Projekt: Untersuchungen zum römischen Kastell Apsaros Inhalt einblenden

Abschluss: 2003

Grabungspublikation: Jenaer Forschungen in Georgien I [Hrsg. Angelika Geyer]: Neue Forschungen in Apsaros 2000-2002 - Tblissi: Programm "Logos" 2003, 78 S., 82 Abb., 17 Taf. ISBN 99940-762-9-9

Diese Seite teilen
Die Uni Jena in den sozialen Medien:
Ausgezeichnet studieren:
  • Logo der Initiative "Total E-Quality"
  • Logo des Best Practice-Club "Familie in der Hochschule"
  • Logo des Projekts "Partnerhochschule des Spitzensports"
  • Qualitätssiegel der Stiftung Akkreditierungsrat - System akkreditiert
Zurück zum Seitenanfang