Südostthüringisch

Kartenausschnitt Südostthüringisch

Karte: Arbeitsstelle Thüringische Dialektforschung

Südostthüringisch geht stufenweise ins ostfränkisch-oberdeutsche Sprachgebiet über. Rosenkranz erwähnt sechs starke Staffeln des sogenannten Frankenwaldfächers. Die nördliche Grenze zum Ilm- und Ostthüringischen bilden die Saale- und die Holzlandschranke, an der sich die Verkleinerungssuffixe nördlich -chen und südlich -el bzw. -e/-le gegenüberstehen.

Einzigartig ist das Holzland um Eisenberg und Hermsdorf, welches überhaupt keine Diphthonge aufweist; man sagt Haas für 'Haus' und Zäät für 'Zeit'. In manchen Wörtern ist g anstelle von j anzutreffen, so in Gahr 'Jahr' und Gung 'Junge'.

Zum Süden hin nimmt Ostfränkisches zu: Hier findet man nördlich der Reußischen Schranke net statt nich 'nicht', unnere statt unse 'unsere', südlich der Vogtländischen Schranke saang, soong statt saache, saan, soon 'sagen'. Sehr auffällig sind ferner die am Südrand auftretenden Diphthonge äi und ou anstelle von langem i, e, ü und u, z.B. Wäich 'Weg', wäi 'wie', Käih 'Kühe', Fouß 'Fuß', nördlich der Hofer Staffel und Frankenwaldschranke.