Ilmthüringisch
Kartenausschnitt Ilmthüringisch
Karte: Arbeitsstelle Thüringische DialektforschungIlmthüringisch bildet gemeinsam mit dem Zentralthüringischen die eigentliche thüringische Kernlandschaft, die relativ stabile dialektale Eigenheiten aufweist. Doch im Gegensatz zum Zentralthüringischen existieren hier weder die fallenden Diphthonge noch die r-losen Pronomina.
Ilmthüringisch erstreckt sich von der unteren Unstrut über die Ilm-Saale-Platte bis zur oberen Schwarza. Dieses Dialektgebiet ist auch von der Speyerer Linie bzw. appel/apfel-Linie durchzogen.
Hier spricht man ee und oo anstelle von ei und au in Wörtern wie Been, loofe 'Bein, laufen', ähnlich wie im gesamten Osten und Südosten. Entlang der Saale bis weit in den Süden hat sich die Aussprache von j anstelle von g vor Vokal (Jeld, jemacht) ausgebreitet; sie ist ebenfalls im Nordostthüringischen sowie am Westrand des Ostthüringischen aufzufinden. An der Saaleschranke, der Ostgrenze dieses Mundartraumes, endet die innerthüringische Senkung von i, u zu e, o.
In ilmthüringischer Mundart sind die weit bekannten Gedichte und Geschichten von Anton Sommer und August Ludwig geschrieben.