BKMS in Jena lernen
Bosnisch / Kroatisch / Montenegrinisch / Serbisch kann man auch in Jena lernen.
An der Bunaquelle
Foto: Željana TunićNoch lange bevor unsere Gruppe die Koffer packte und die Route nach Bosnien und Herzegowina feststand, begann eine spannende Reise – Eintauchen in ein Land voller Geschichte, Kultur und Überraschungen. Obwohl geographisch nur einen Steinwurf von Deutschland entfernt, offenbarte sich Bosnien-Herzegowina schon im Vorfeld als ein Land voller Vielschichtigkeit und Eigenheiten, die wir erst zu verstehen lernen mussten.
In fünf lebhaften Treffen von insgesamt 30 Stunden haben wir uns vor der Exkursion mit den Besonderheiten des Landes auseinandergesetzt. Dabei ging es nicht nur um trockene Fakten: Wir diskutierten die historischen und politischen Konflikte, die Rolle religiöser Unterschiede, die komplexe Aufteilung in zwei Entitäten und die faszinierende sprachliche Vielfalt mit ihren Dialekten. Jeder Teilnehmer trug ein eigenes Referat zu Kultur, Geschichte oder Religion bei – eine kleine persönliche Expedition in ein eigenes Thema, die unsere gemeinsame Vorbereitung bereicherte.
Zu unserer Einstimmung auf die heutige Realität des Landes gehörten auch drei bewegende Filmabende: Vom Oscar-gekrönten „Niemandsland“ Danis Tanovićs über den Goldenen-Bären-Gewinner „Grbavica“ bis hin zu „Zwischen uns das Paradies“ von Jasmila Žbanić – jeder Film brachte uns die Nachwirkungen des Krieges und die Herausforderungen religiösen Fundamentalismus nahe und öffnete einen tiefen Einblick in die menschlichen Schicksale hinter den Schlagzeilen.
Die Exkursionsgruppe
Foto: Željana TunićAls wir schließlich in Bosnien-Herzegowina ankamen, wurde unsere Vorbereitung lebendig: In Banja Luka und Sarajevo hielten die Teilnehmer Vorträge über die Stadt Jena und die Friedrich-Schiller-Universität – ein spannender Austausch mit Studierenden und Dozenten der Slawistik und Germanistik, der Brücken zwischen den Kulturen schlug. Vor Ort führten alle ein Exkursionstagebuch.
Der jüdische Friedhof von Sarajevo
Foto: Thede KahlDie Begegnungen vor Ort, die Gespräche mit Muttersprachlern und die intensive Auseinandersetzung mit Land und Menschen haben das Verständnis für Bosnien-Herzegowina auf eine ganz neue Ebene gehoben. Die gewonnenen Eindrücke und Kenntnisse bereichern nicht nur das Studium Südosteuropas unserer Teilnehmer, sondern hinterlassen auch bleibende Erinnerungen an ein Land, das uns mit seiner Geschichte, seiner Kultur und seinen Menschen in den Bann gezogen hat. Wir blicken auf eine lehrreiche, inspirierende und bewegende Exkursion zurück, die den Horizont erweitert und den Geist geöffnet hat.
gez. Thede Kahl, Željana Tunić