Beschreibung
Das transdisziplinäre Forschungsprojekt erforscht das Zusammenleben von hinduistischen, muslimischen und jüdischen Gemeinschaften an der Südwestküste Indiens. Es lenkt den Blick auf die Diversität innerhalb der jeweiligen Gemeinschaften und wechselnde politische Allianzen über die Religionsgrenzen hinaus und soll neue Perspektiven auf die Phänomene „religiöse Identität“ und „Konversion“ eröffnen.
Ausgangspunkt ist die Analyse der Gründungsmythen hinduistischer, muslimischer und jüdischer Gemeinschaften in Malabar/Kerala, die sich alle um dieselbe Person ranken, nämlich einen Hindu-König, der sein Reich aufteilt und je nach Erzählung unterschiedlichen Gemeinschaften zuordnet. Solche Erzählungen wanderten bis Europa, wo sie mit messianischen Vorstellungen einer weit entfernten Welt konvergierten. Eine Auswahl von sieben Erzählungen in drei Sprachen (Malayalam, Arabisch, Hebräisch) wird in drei Dimensionen linguistisch, literarisch und inhaltlich untersucht. Das Erkenntnisinteresse zielt auf die inter- und intra-religiöse Abgrenzung rivalisierender Erzählungen und deren zeitliche Einordnung. Kontrastiert mit den europäischen Interventionen in der Region, sollen die Erzählungen als Spiegel der Aushandlung geopolitischer Spannungen und der Bildung neuer Netzwerke gelesen werden.
Das Projekt wird durch den Arts and Humanities Research Council (AHRC) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und gemeinsam mit der University of Glasgow (PI Ophira Gamliel) durchgeführt. Zur Projektwebseite: https://himuje-malabar.glasgow.ac.uk/Externer Link.
Leitung und Kontakt
Mittwoch 15:00 bis 16:00 Uhr und nach Vereinbarung