Der Slavistiktag findet als Präsenzveranstaltung statt.
Bei der Eröffnung der Veranstaltung wird Herr Dr. Andreas Umland (Kyiv/Stockholm) einen Festvortrag über die Entzauberung Russlands sowie Panrussismus, Eurasismus und Imperialismus als Schlüsselkonzepte des Ukrainekrieges halten.
Andreas Umland ist Analyst am Stockholmer Zentrum für Osteuropastudien (UI), Dozent an der Kyjiwer Mohyla-Akademie und Policy Fellow am European Policy Institute in Kyjiw. Weitere Informationen: wikipedia.org/wiki/Andreas_UmlandExterner Link
Unten finden Sie das vorläufige Programm (Stand 30.03.2026).
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Podiumsdiskussionen
Jeder Tagungstag wird mit einer Podiumsdiskussion beendet (von 16.00 bis 17.30). Damit laden wir zum lebendigen Austausch über slavistische Themen mit fachlich übergreifender Relevanz in allen Lebensbereichen ein. Die Podiumsdiskussionen richten sich explizit an das gesamte Publikum des Slavistiktages.
Parallel finden keine fachspezifischen Panels und Vorträge statt.Donnerstag, 01.10., 16.00–17.30
„Die Slavistik ist tot – es lebe die Slavistik!“ Szenarien der Entwicklung slavistischer Fächer an deutschsprachigen Universitäten
Die Krise der Philologien trifft auch die Slavistik: sinkende Studierendenzahlen sowie abnehmende finanzielle Spielräume der Universitäten führen zu erheblichem Reformdruck – bei gleichzeitig unbestreitbar gestiegener gesellschaftlicher und politischer Relevanz unserer Fächer. Der Scoping Workshop „Zukunftsperspektiven für die deutschsprachige Slavistik", der im Juli 2023 in Hannover stattfand, hat den Russland-Ukraine-Krieg zum Anlass genommen, aktuelle Herausforderungen des Faches zu diskutieren und dessen Profil und Perspektiven grundsätzlich zu reflektieren. Die vorliegende Veranstaltung knüpft an die dort erarbeiteten Ergebnisse an und führt die Diskussion weiter. Im Austausch zwischen Fachvertreterinnen und Fachvertretern sowie externen Perspektiven aus Hochschulmanagement und Bildungsforschung sollen konkrete Szenarien für die künftige Entwicklung der slavistischen Fächer vorgestellt, evaluiert und mit Ihnen diskutiert werden.
Organisatoren:
Dr. Annelie Bachmaier (TU Dresden)
Jun.-Prof. Dr. Christina Clasmeier (Universität Münster)
Prof. Dr. Katrin Bente Karl (Universität Bern)
Prof. Dr. Ruprecht von Waldenfels (FSU Jena)
Prof. Dr. Christian Zehnder (Universität Bamberg)
Externe Gäste:
Prof. Dr. Kornelia Freitag (derz. Prorektorin für Lehre und Studium, Ruhr-Universität Bochum)
Dr. Ulrich Heublein (ehem. Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung Leipzig)Freitag, 02.10., 16.00–17.30
„Zwischen Krise und Comeback?“: Zur Bedeutung slawischer Sprachen im deutschen (Hochschul-) Bildungssystem
Welche Rolle spielt der Unterricht bzw. das Studium slawischer Sprachen in Schulen und Universität heute – in einer Zeit geopolitischer Krisen, gesellschaftlicher Umbrüche und rasanter Entwicklungen digitaler Technologien?
Die Podiumsdiskussion beleuchtet Herausforderungen und Perspektiven des Lernens slawischer Sprachen im (post-) digitalen Zeitalter, diskutiert neue inhaltliche Anforderungen wie Medien- und Demokratiebildung und fragt nach dem aktuellen „Comeback“ der Area Studies. Diskutant:innen aus Schule, Hochschule und Berufspraxis bringen unterschiedliche Blickwinkel ein – von schulischem Russisch- und Herkunftssprachenunterricht über Studienmotivation bis hin zu fachdidaktischen Zukunftsfragen.Moderation: Prof. Dr. Grit Mehlhorn (Universität Leipzig)
Teilnehmer:
N.N. (Russischlehrer:in aus Jena: Perspektiven aus dem schulischen Russischunterrichts)
Dr. Maria Sulimova (Universität Leipzig, Expert:in für Herkunftssprachlichen Unterricht)
N.N. (Studierende Slavistik, Studienmotivation, Berufswünsche, Wünsche an das Studium)
Dr. Ulrike Schult (Leipzig, als Absolvent:in Slavistik)
Dr. Jule Böhmer (Humboldt-Universität zu Berlin, Fachdidaktik Russisch)Freitag, 02.10., 16.00–17.30
Slavistik ohne Russland? – Perspektiven unserer Fächer nach dem Angriff auf die Ukraine
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die Slavistik im deutschsprachigen Raum vor grundlegende Herausforderungen gestellt: Etablierte Kooperationen mit russischen Institutionen sind weitgehend zum Erliegen gekommen, Feldforschung und Datenerhebung vor Ort gestalten sich zunehmend schwierig, und Studierende können für Sprachpraxis und Forschungsaufenthalte nicht nach Russland geschickt werden. Dass diese Kontakte abgebrochen wurden, ist eine bewusste und begründete Reaktion auf den Angriffskrieg – die Podiumsdiskussion stellt dies nicht in Frage, sondern fragt, welche Konsequenzen sich daraus für die Fächer ergeben. Die formalen Bedingungen wissenschaftlicher Arbeit erinnern in manchem an die Einschränkungen des Kalten Krieges – die politischen, gesellschaftlichen und medialen Kontexte sind jedoch grundlegend andere. Zur Debatte stehen daher die strukturellen, methodischen und institutionellen Folgen für Lehre, Forschung und Nachwuchsförderung, mögliche Handlungsbedarfe für den Verband sowie die Frage, wie die Fächer mittelfristig neu aufgestellt werden können.
Moderation:
Prof. Dr. Holt Meyer (Universität Erfurt)
Teilnehmer:
Dr. Nina Frieß (ZOiS, Berlin)
Prof. Dr. Ulrich Schmid (Universität St. Gallen)
Prof. Dr. Jan Patrick Zeller (Carl von Ossietzky Universität, Oldenburg)
N.N. (Studierende)Samstag, 03.10., 11.30–13.00
Wenn die Welt brennt – was geschieht mit Sprache? Slawistische Perspektiven auf Konflikt, Klimawandel und gesellschaftliche Umbrüche
Die Diskussion thematisiert, wie globale Krisen – etwa Kriege, Migration, autoritäre Systeme, ökologische Veränderungen und Digitalisierung – Sprachgemeinschaften und kulturelle Praktiken in der Slavia verändern. Sind Sprachen primär Opfer globaler Krisen – oder auch Akteure gesellschaftlicher Transformation? Wie wirken sich Klimawandel und ökologische Krisen auf Sprache aus? Führt Krieg zu sprachlicher Fragmentierung oder zu neuer Standardisierung? Beschleunigt Digitalisierung den Verlust traditioneller Milieus – oder eröffnet sie neue Chancen zur Revitalisierung? – Das sind die Grundsatzfragen, die im Mittelpunkt der Diskussion stehen.
Anhand von Fallstudien (z. B. zu Kriegsauswirkungen, Umweltveränderungen oder digitalen Sprachprojekten) werden Prozesse wie Dialektwandel, neue Standardisierungen, Wissensverlust und digitale Sprachpflege sichtbar. Eine zentrale Frage ist, welche Rolle die Slavistik bei der Analyse dieser Entwicklungen spielt und wie sie sich methodisch und institutionell weiterentwickeln muss. Ziel ist eine Debatte über neue Ansätze, interdisziplinäre Öffnung und gesellschaftliche Verantwortung des Fachs in Zeiten globaler Umbrüche.Teilnehmer:
Prof. Dr. Thede Kahl (FSU Jena)
Dr. Christoph Giesel (FSU Jena)
PD Dr. habil. Martin Henzelmann (Universität Wien)
Prof. Dr. Katrin Schlund (MLU Halle-Wittenberg)
Jun.-Prof. Dr. Željana Tunić (MLU Halle-Wittenberg)
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Vorläufiges Programm (Stand 30.03.2026)
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Begleitprogramm
Das wissenschaftliche Programm des Slavistiktags wird von einigen Events und Angeboten gerahmt. Wir freuen uns darauf, Sie dort zu treffen! Für die mit einem Sternchen (*) gekennzeichneten Veranstaltungen ist eine Anmeldung notwendig.
Am Mittwoch, den 30.09., um 18 Uhr findet die Eröffnung des Slavistiktages mit anschließendem Buffet unter musikalischer Begleitung statt.
Am Donnerstag, den 01.10. nach dem Ende des Vortragsprogramms (um 17:30 Uhr) gibt es die Möglichkeit, an den
- Stadtführung durch Jena* oder
- Stadtführung „Jena – der Ort der deutschen Romantik“* oder
- Führung durch die Ausstellung "Zeitgenössische bulgarische Plakatkunst" (Haus auf der Mauer)
teilzunehmen.Am Freitag, den 02.10., nach dem Ende des Vortragsprogramms gibt es die Möglichkeit, die Aufführung des ukrainischen Chors (im Haus auf der Mauer) zu besuchen.
Am Samstag, den 03.10. erwartet Sie eine Abschlussveranstaltung mit anschließendem Imbiss im Foyer sowie eine Stadtführung durch Jena* (14:00–15:30 Uhr).
Außerdem erwarten Sie weitere spannende kulturelle Angebote!