Immunisierung der Erzählung

Ein Vortrag von Dr. Adrian Meyer (Köln/Jena)

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Veranstaltungseckdaten

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Beginn
Ende
Veranstaltungsarten
Institutskolloquium
Ort
Frommannsches Haus
Fürstengraben 18, Seminarraum
07743 Jena
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Es referiert
Dr. Adrian Meyer
Kontakt
Institut für germanistische Literaturwissenschaft
Veranstaltungssprache
Deutsch
Barrierearmer Zugang
nein
Öffentlich
ja

Die historische Narratologie hat sich eingehend mit Optionen beschäftigt, wie erzählte Handlungen und ihre Alternativen in einen axiologischen Sinnzusammenhang eingebettet werden können. Dadurch lässt sich nicht zuletzt die literaturwissenschaftlich grundlegende Frage diskutieren, wann eine Handlung gelingt und wann nicht. Die christliche Anthropologie kennt ein absolutes Gelingen in Form der Erlösung. Wird dieses in Erzähltexten als möglicher Plotverlauf angedeutet, lassen sich auch die anderen Möglichkeiten des Handlungsprogression an diesem messen. In meinem Vortrag werde ich die Interferenz von Erlösung und immanenter Befreiung in Texten beleuchten, die gemeinhin als „weltlich“ bezeichnet werden. In Texten wie „Kudrun“ oder der „Wahrhaftigen Historia“ des Hans Staden werden Erzählverlaufe entworfen, die dadurch als immunisiert gelten können, dass die erwünschte Befreiung der Hauptfiguren als gelingende Alternative zur weltanschaulich unangreifbaren Erlösung konstruiert wird, die Texte sich also durch eine Kippfigur zwischen narrativem und kulturellem Gelingen auszeichnen. Der Vortrag ist als Werkstattbericht zur theoretischen Fundierung meines Habilitationsprojektes über Modellierungen von Befreiungsnarrativen zu verstehen.

Der Vortrag findet im Rahmen des Institutskolloquiums statt. Eine Übersicht über alle Vorträge finden Sie hier: Programmpdf, 40 kb.