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- Institutskolloquium
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Frommannsches Haus
Fürstengraben 18, Seminarraum
07743 Jena
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- Prof. Dr. Antonia Eder
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Institut für germanistische Literaturwissenschaft
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Let it be! Literarische Müdigkeiten
Ein Vortrag von Prof. Dr. Antonia Eder (Münster)
Veranstaltungseckdaten
Müdigkeit ist in literarischen, philosophischen, ökonomischen, mechanischen, ethischen, psychiatrischen und anderen Kontexten ein virulentes Thema. Mit ihr verbindet sich derzeit auch politisch vermehrt Kritikpotential: Biopolitik und Leistungsgesellschaft werden konfrontiert mit kapitalismuskritischen Thesen einer „negativen Potentialität“ (Agamben), die v.a. prominentere Nachbarphänomene (wie Erschöpfung, Fatigue, Passivität, Melancholie u.a.) aufrufen. Müdigkeit, so meine These, setzt zudem literatur- und wissenshistorisch – als Doppelphänomen von fatigatio und lassitudo – ein spezifisch poetisches Potential frei. Eigenschaften des Potentiellen und Ephemeren lassen im anthropologischen wie im politischen Horizont die Müdigkeit als anökonomische Figur auftreten, deren ästhetische Dimension in der Literatur mich interessiert. Diese zeigt sich bereits im 17. Jahrhundert (Moralphilosophie: Acedia) und 18. Jahrhundert (französischer Materialismus), wird im langen 19. Jahrhundert aufgrund von massiv veränderten Arbeits- und Produktionsbedingungen der Industrialisierung virulent, prägt die Psychiatriediskurse des 20. Jahrhundert und zeigt sich heute wieder auf gesellschaftlicher Ebene („Wir sind mütend!“). Mein Vortrag speist sich aus dem Zusammenhang eines geplanten Forschungsprojekts, das die spezifisch kulturpoetischen Korrelationen von Müdigkeit, Ästhetik und Anthropologie interdisziplinär fokussiert.
Der Vortrag findet im Rahmen des Forschungskolloquiums des Instituts für Germanistische Literaturwissenschaft statt. Eine vollständige Übersicht über alle Vorträge finden Sie hier: Programmpdf, 55 kb.