Der Kiewer Sophienplatz (ukr. Софійська площа, russ. Софийская площадь)

Institut für Slawistik und Kaukasusstudien

Unser Institut wurde 2016 durch den Zusammenschluss des 1952 gegründeten Instituts für Slawistik mit dem Bereich Kaukasiologie eingerichtet. Es erschließt die Kulturen des östlichen Europas, den Balkanraum und die Länder des Kaukasus in Lehre und Forschung. Der multidisziplinäre Ansatz vermittelt Einblicke in Literatur, Kultur, Gesellschaft und eine einmalige Breite an Sprachen. 
Der Kiewer Sophienplatz (ukr. Софійська площа, russ. Софийская площадь)
Foto: wikimedia
  • An unserem Institut gelehrte Sprachen
    • Ostslawische Sprachen: Russisch, Ukrainisch
    • Südslawische Sprachen: Bulgarisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch
    • Westslawische Sprachen: Polnisch, Tschechisch
    • Andere südosteuropäische Sprachen: Albanisch, Neugriechisch, Rumänisch (eingebunden über das Institut für Romanistik), Türkisch
    • Sprachen des Kaukasus: Aserbaidschanisch, Georgisch

    Die Sprachen im Einzelnen (siehe auch Details zur Sprachausbildung)

    Albanisch ist eine einzigartige indogermanische Sprache mit einer reichen Grammatik und einer Vielzahl von Dialekten. Beide Hauptdialekte dieser isolierten Sprache, Gegisch und Toskisch, haben ein Verbreitungsgebiet, das weit in die Nachbarländer hineinreicht. Mit über 7 Millionen Sprechern weltweit spielt das Albanische eine bedeutende Rolle in der Region des westlichen Balkans. Mit dem Albanischen öffnen sich die Türen zur Erkundung der Geschichte, Musik, Literatur und Kunst Albaniens und des Kosovo. Neben Sprachkursen bieten wir auch balkanphilologische Veranstaltungen mit albanologischem Fokus an. 

    Aserbaidschanisch, die Amtssprache von Aserbaidschan, gehört zur oghusischen Gruppe innerhalb der Turksprachen und ähnelt somit dem Türkischen. Die Sprache wird bei uns seit Sommer 2023 unterrichtet.

    Das Bosnische/Kroatische/Serbische (bzw. zuvor das Serbokroatische) wird an der Universität Jena seit Institutsgründung unterrichtet. Obwohl die politischen Spannungen in der Vergangenheit zu Konflikten geführt haben, teilen Bosnier, Kroaten und Montenegriner/Serben viele kulturelle und sprachliche Gemeinsamkeiten. Mit zunehmender Globalisierung und der wachsenden Bedeutung der Balkanregion auf politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene sind Kenntnisse des Bosnischen/Kroatischen/Serbischen in verschiedenen Berufsfeldern wie Diplomatie, Übersetzung, Tourismus oder Entwicklungszusammenarbeit unabdinglich. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, das Studium dieser Sprachen(n) mit einem Auslandsaufenhalte zu verbinden. Unser Institut unterhält Verbindungen mit zahlreichen Universitäten im BKS-Raum und ist am Aufbau der BKS CollectionsExterner Link an der Kommission Vanishing Languages and Cultural HeritageExterner Link beteiligt.

    Das Bulgarische weist etliche Merkmale auf, die es von anderen slawischen Sprachen unterscheiden, darunter sein vergleichsweise einfaches Lautsystem, die Reduktion grammatischer Fälle und das Vorkommen eines nachgestellten Artikels. Die Einflüsse aus dem Griechischen, Lateinischen und Türkischen machen die bulgarische Sprache zu einer besonders faszinierenden Sprache. Nur wenige Universitäten in Deutschland bieten intensive Bulgarischkurse an. Außerdem bieten wir zahlreiche Möglichkeiten für Bulgarienaufenthalte. Wenn Sie Bulgarisch sprechen, wird es Ihnen leichter fallen, den höchsten Berg Südosteuropas zu besteigen, durch die Urwälder der Rhodopen zu wandern und im Schwarzen Meer zu schwimmen. Außerdem eröffnen sich neue berufliche Perspektiven, sei es in Unternehmen oder in Regierungsstellen, die sich mit internationalen Angelegenheiten befassen. Unser Institut unterhält Verbindungen mit zahlreichen Universitäten in Bulgarien und ist am Aufbau der Bulgarian CollectionExterner Link an der Kommission Vanishing Languages and Cultural HeritageExterner Link beteiligt.

    Das Georgische gilt als eine der faszinierendsten Sprachen der Welt, einerseits durch das eigene Alphabet, andererseits durch seine komplexe Phonologie und Morphologie. Der Reichtum an Metaphern und Bildhaftigkeit schlägt sich in seiner Literatur nieder, die tief im Mittelalter wurzelt. An unserem Institut wird es seit der Zusammenlegung der Bereiche Slawistik und Kaukasiologie unterrichtet. Auf Exkursionen und anderen Landesaufenthalten kann neben der Sprache eine reiche kulturelle Vielfalt studiert werden, ob nun die polyphone Gesänge, die verführerische Küche oder Elemente der atemberaubenden Kulturlandschaft.

    Das Neugriechische (oder einfach Griechisch) hat als Tochter des Altgriechischen eine überaus reiche Literaturgeschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Aus der mittelalterlichen Volkssprache entwickelte sich das moderne Neugriechisch, das vielfältig, nuancenreich und ausdrucksstark ist. Unsere Kurse vermitteln nicht nur die Sprache, sondern auch Gastfreundschaft, Leidenschaft und das gewisse "Meraki". Unser Institut ist am Aufbau der Greek CollectionExterner Link an der Kommission Vanishing Languages and Cultural HeritageExterner Link beteiligt und beherbergt seit 2023 die Forschungsstelle Bessarion zur Förderung neugriechischer Studien.

    Das Polnische, phonologisch eine der vielfältigsten Sprachen Europas, hat eine reiche literarische Tradition von mittelalterlichen Epen bis hin zu moderner Prosa und Poesie. Einflüsse des Slawischen, Lateinischen und Deutschen machen es auch für Nicht-Slawisten hochinteressant. Im Rahmen des Aleksander-Brückner-ZentrumsExterner Link bieten wir regelmäßig Seminare und Veranstaltungen zu Kultur, Sprache und Geschichte Polens an.

    Das Rumänische wird am Institut für Romanistik angeboten und kann auch im Rahmen unserer Südosteuropastudien studiert werden. Innerhalb der romanischen Sprachen sticht es durch seine slawischen, griechischen und türkischen Einflüsse und durch einige grammatikalische Besonderheiten hervor. Mit über 24 Millionen Sprechern weltweit, hauptsächlich in Rumänien und der Republik Moldau, ist Rumänisch eine wichtige Sprache in Osteuropa, deren Kenntnis berufliche Möglichkeiten in Branchen wie Tourismus, Übersetzung und Handel öffnet. Nur mit Rumänischkenntnissen kann man die Geheimnisse der Karpaten entdecken und die Schwarzmeerküste genießen.

    Das Russische ist nicht nur die Staatsprache der Russischen Föderation und von Belarus, sondern wird in mehreren Nachfolgestaaten der Sowjetunion als Mutter- oder Zweitsprache gesprochen – so etwa in den EU-Staaten Estland und Lettland, in der Ukraine, in Ländern Zentralasiens und des Kaukasus. Die russischsprachige Literatur- und Kulturproduktion ist nicht auf Russland beschränkt – so wird etwa jährlich ein Preis für russischsprachige Literatur der Ukraine vergeben, so hat Tschingis Aitmatov, der wichtigste kirgisische Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts, viele seiner Werke auf Russisch verfasst, werden heute Spielfilme in Kasachstan auf Russisch gedreht. Das Russische ist wie andere europäische imperiale Sprachen eine der großen Kultursprachen Europas, deren Geltung sich weit über die ursprünglichen Grenzen ausgeweitet hat. Die Professuren für slawische Literatur- und Sprachwissenschaft tragen dieser über Russland hinausgehenden Geltung des Russischen in ihrer Komplexität in Lehre und Forschung Rechnung. Weiterhin bemühen wir angesichts der jetzigen Situation für unsere Studierende Austauschmöglichkeiten mit anderen Ländern, in denen Russisch gesprochen wird, zu erschließen.

    Das Tschechische hat eine reiche kulturelle Tradition, die sich in Literatur, Theater, Musik und anderen künstlerischen Ausdrucksformen widerspiegelt und bis ins Mittelalter zurückreicht. Nach einer mehrjährigen Pause ist durch die freundliche Unterstützung des tschechischen Schulministeriums seit 2020 das Tschechische wieder durch ein Lektorat bei uns vertreten. In unseren Sprachkursen wird die komplexe Grammatik des Tschechischen und die oft als schwierig empfundene Klangvielfalt so vermittelt, dass sie den Lernenden leicht fällt. Über den Sprachunterricht hinaus wird ein tiefer Einblick in die tschechische Kultur vermittelt, ob nun durch Theateraufführungen, Konzerte oder Lesungen, sodass nicht nur die Freundschaft mit der tschechischen Kultur gefördert, sondern auch Karrieremöglichkeiten in Bereichen wie Kulturmanagement, Tourismus und internationalen Beziehungen eröffnet werden. 

    Das Türkische hat eine lange Entwicklungsgeschichte, die bis zu den frühen Turksprachen zurückreicht, die von Nomaden in Zentralasien gesprochen wurden. Es ist eine agglutinierende Sprache, also werden grammatische Informationen durch Anhängen von Suffixen an Wurzeln oder Stämme ausgedrückt. Diese Struktur macht das Türkische komplex, aber auch besonders elegant. Die Beschäftigung mit der reichen Kulturgeschichte vom Osmanischen Reich bis zur modernen Türkei eröffnet Einblicke in historische, kulturelle und religiöse Lebenswelten und die türkische Mentalität. Wer Türkisch spricht, kann sich in mehreren Ländern Zentralasiens verständigen und auch in Deutschland leichter Freunde finden. Außerdem können Sie als Übersetzer oder Dolmetscher arbeiten, in Regierungsbehörden, internationalen Organisationen, im globalen Handel, im Gastgewerbebereich oder im Tourismus. Auch im Rahmen unserer Südosteuropastudien ist das Türkische von großer Bedeutung, da es in allen Ländern unserer Region Handels- und Umgangssprache war bzw. noch heute von Minderheiten gesprochen wird.

    Das Ukrainische ist seit 2018 Gegenstand sprachwissenschaftlicher Forschung an unserem Institut. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen u. A. aus L'viv und Kyiv entwickeln wir am Institut GRAC, das zur Zeit größte Referenzkorpus des UkrainischenExterner Link. Seit Wintersemester 2022 bieten wir Ukrainisch im Rahmen eines Sprachkurses an - zur Zeit leider nur als ASQ im Bachelor bzw. als Zusatzmodul im Lehramt und Master anrechenbar. Ebenfalls im Wintersemester bieten wir ein Modul zu den Sprachen der Ukraine, mit Feldforschung unter nach Jena Geflüchteten, an. Insgesamt haben wir für sieben geflohene ukrainische WissenschaftlerInnen Förderung für einen Forschungsaufenthalt an unserem Institut einwerben können (www.ukr.uni-jena.de). Im Rahmen des Aleksander-Brückner-ZentrumsExterner Link bieten wir regelmäßig Seminare und Veranstaltungen zur Ukraine an.  

  • Online-Gespräch gewünscht?

    In unserem Chat-Raum Zu Kyrill und MethodExterner Link (Passwort: Willkommen) können Sie in einem informellen Gespräch einem Mitglied unseres Mitarbeiterteams Ihre Fragen stellen und so die erste Orientierungshilfe auf den manchmal verwirrenden Wegen durch unser umfangreiches Studienangebot bekommen.

    Dr. Olga Sazontchik ist immer montags von 11.00 bis 12.00 Uhr für Sie da und freut sich auf Ihren Besuch.

  • Neu hier?

    Herzlich willkommen! Bitte tragen Sie sich die SlawKaus-Liste ein, über die alle wichtigen Informationen verteilt werden. Einfach eine leere E-Mail an slawkaus-subscribe@listserv.uni-jena.de schicken, Rückfrage bestätigen und fertig!

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