Polen und seine Sprache(n)

Digitale Vortragsreihe

Polen gilt als ethnisch und sprachlich homogener Staat. Dieser Umstand ist auf die desaströse Geschichte des 20. Jahrhunderts zurückzuführen. In seiner Geschichte war Polen jedoch von Multiethnizität, religiösem Pluralismus und sprachlicher Vielfalt geprägt. Spuren des sprachlichen Reichtums Polens konnten sich bis heute erhalten. Darüber hinaus tragen Polens Mitgliedschaft in der Europäischen Union sowie aktuelle geopolitische Entwicklungen zu einer erneuten Bereicherung des sprachlichen Profils Polens bei.

In der Vortragsreihe werfen wir gemeinsam mit geladenen Expert*innen einen Blick auf die Sprachenlandschaft Polens in Gegenwart und Geschichte und diskutieren u. a. Fragen wie: Welche Wechselbeziehungen bestehen zwischen dem Polnischen und seinen kleineren und größeren sprachlichen Nachbarn? Macht sich der heutige intensive Kontakt kleiner sprachlicher Varietäten Polens mit der polnischen Mehrheitssprache in Wortschatz oder Grammatik bemerkbar? Wie sind die soziopolitischen Rahmenbedingungen für anders- und mehrsprachige Gruppen und lösen oder befördern sie Sprachkonflikte? Wie vital sind nicht-(standard-)polnische Varietäten und wie wird ihre Transmission an nachkommende Generationen gewährleistet?

Programm

WiSe 2022/23

  • Jan Patrick Zeller  (Greifswald)  |  27.10.2022
    Mixed lect? Ukrainian-Russian Suržyk from the perspective of variationist sociolinguistics and of a sociology of language
  • Zbigniew Greń  (Warszawa)  |  24.11.2022
    The Emergence of Ethnic Identity in Contemporary Central Europe – The Silesian Example
  • Achim Rabus  (Freiburg im Breisgau)  |  12.01.2023
    t.b.a.

SoSe 2022

  • Martin Henzelmann  (Greifswald)  |  12.05.2022
    Sprachliche Ausbauversuche des Oberschlesischen
  • Izabela Paszko  (München)  |  09.06.2022
    No One Speaks, Everyone Knows: Communication Practices in Upper Silesia under the NS Regime
  • Gerd Hentschel  (Oldenburg)  |  23.06.2022
    Zur sprachlichen Situation an der Schwarzmeerküste: Ukrainisch, Russisch und Suržyk in den Jahren 2020/2021

WiSe 2021/22

  • Anna-Maria Sonnemann  (Hamburg)  |  27.01.2022
    Das Romani in Polen
  • Jan Fellerer  (Oxford)  |  16.12.2021
    Mehrsprachigkeit ohne Polyglossie. Łódź um 1900
  • Daniel Bunčić  (Köln)  |  09.12.2021
    Das Ruthenische als Sprache der Rzeczpospolita Obojga Narodów
  • Tomasz Wicherkiewicz  (Poznań)  |  09.11.2021
    Language Policy in Poland and the Ethnolinguistic Vitality of Minority Languages

SoSe 2021

  • Rafał Górski & Helena Grochola-Szczepanek  (Kraków)  |  15.07.2021
    Der Dialekt von Spisz
  • Hanna Makurat-Snuzik  (Gdańsk)  |  10.06.2021
    Kashubian as a Regional Language Dominated by Polish
  • Diana Matut  (Halle)  |  20.05.2021
    Das postvernakulare Zeitalter?! Jiddisch im Polen der Gegenwart

Kooperationspartner

Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien
Institut für Slawistik und Kaukasusstudien