Jentower mittig stehend

Stellungnahmen

Bekanntmachungen im Namen des Fachschaftsrat Geschichte
Jentower mittig stehend
Foto: Melanie Münzberg

Stellungnahme zu Latein im Lehramtstudium

Hallo, liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,

aufgrund der bei den Studierenden aktuell vorherrschenden Unsicherheit über die Voraussetzung von Lateinkenntnissen für das erfolgreiche Abschließen des Geschichtsstudiums möchten wir – der Fachschaftsrat Geschichte – eine Stellungnahme zu dieser Problematik formulieren.

Die Anforderungen des Latinums im Geschichtsstudium wurden mittels einer juristischen Bewertung durch das Rechtsamt der Friedrich-Schiller-Universität Jena geprüft. Der Fachschaftsrat Geschichte hatte nämlich Ungereimtheiten in den Ordnungen der Friedrich[1]Schiller-Universität dahingehend bemerkt und entsprechend kommuniziert. Das Ergebnis dieser juristischen Bewertung war, dass auf der Grundlage der aktuell formulierten Studienordnung keine Lateinnachweise verlangt werden können. Das meint konkret, dass weder in Modulen noch bei Prüfungsanmeldungen oder dergleichen von den Studierenden Lateinkenntnisse überprüft werden. Diese Rechtslage betrifft dabei alle Studierenden, welche unter der aktuellen Studienordnung (verabschiedet am 18.06.2015) das Fach Geschichte studieren oder studieren möchten. Eine später erscheinende Studienordnung betrifft indessen nicht die jetzt immatrikulierten Studierenden. Die aktuelle Rechtslage gilt also bis zum Ende des Studiums für die jetzt immatrikulierten Kommilitoninnen und Kommilitonen. Anzumerken ist jedoch, dass die Prüfungsämter in der Latein-Frage nicht involviert sind und keine Entscheidungsgewalt besitzen. Es besteht demnach die Möglichkeit, dass von diesen die Aussage getätigt werden könnte, dass Latein als Sprachvoraussetzung notwendig wäre. Zudem handelt es sich bei dieser Stellungnahme hier bloß um eine Einschätzung der Sachlage auf der Grundlage des Gutachtens des Rechtsamtes der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie um ein Statement des Fachschaftsrates Geschichte. Das Historische Institut selbst hat bisher noch keine offizielle Stellungnahme von sich aus verkündet. Dennoch ist die Institutsleitung an dieses Rechtsgutachten gebunden. Die Rechtslage ist dahingehend eindeutig.

Zusammenfassend meint diese Stellungnahme, dass alle Lehramtsstudierenden – sowohl für das Gymnasium als auch für die Regelschule – aktuell keine Pflicht haben, das Latinum oder fortgeschrittene Lateinkenntnisse nachweisen zu müssen. Alle Studierenden können demnach ihr Geschichtsstudium unter der derzeit vorliegenden Studienordnung abschließen, ohne dass von diesen ein Nachweis zur Erbringung von Lateinkenntnissen eingefordert werden kann. Bei weiteren Fragen steht Herr Christoph Hänel als Studienfachberater zu Verfügung.

Jena, den 12.01.2022

Der Fachschaftsrat Geschichte

der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Stellungnahme zum Vorfall auf Whats-App

Der Fachschaftsrat ist bestürzt über die im WhatsApp-Gruppenchat „Geschichte Lehramt 20/21“ geposteten diskriminierenden Inhalte und die ausbleibenden, verteidigenden oder indifferenten Reaktionen darauf. Wir distanzieren uns sowohl von diesen Inhalten als auch von der Art des Umgehens damit. Der betreffende Gruppenchat ist nicht vom Fachschaftsrat initiiert, erstellt oder betreut worden.

Er ging aus einer vom Fachschaftsrat und seinen Mitgliedern unabhängigen Initiative von Erstsemesterstudierenden hervor. Die genannten Inhalte waren dem Fachschaftsrat bis heute (09.03.2021) nicht bekannt. In allen von uns betreuten Gruppen greifen wir moderierend ein.

Dazu haben wir als Fachschaftsrat erst in diesem Semester Guidelines verabschiedet und in den von uns betreuten Gruppen veröffentlicht, die die Leitlinien unserer Moderatorentätigkeit transparent machen sollen. Unveräußerlicher und zentraler Bestandteil dieser Guidelines ist die Nulltoleranz gegenüber jeglichen Inhalten diskriminierender, herabwürdigender oder anderweitig intoleranter Art.

Der Fachschaftsrat und jedes seiner Mitglieder fühlt sich der Idee einer offenen, toleranten und pluralistischen Universität und Studierendenschaft verpflichtet. Diese Idee zu schützen, ist ethische Grundlage unseres Handelns.

Wir standen immer und stehen auch weiterhin als verlässliche und vertrauensvolle Kontaktstelle für Studierende bereit, die von Fehlverhalten anderer Angehöriger der Universität betroffen sind, oder solche zur Sprache bringen wollen. Gerade deshalb bedauern wir sehr, dass der Eindruck entstanden ist, dass die Gruppe vom Fachschaftsrat verantwortet sei, oder dass der Fachschaftsrat diskriminierende Äußerungen toleriere.

Diesen Eindruck weisen wir mit Nachdruck zurück. Stattdessen werden wir uns für die restlose Aufklärung solcher Vorfälle einsetzen und auch weiterhin unser Möglichstes geben, um eine tolerante und offene Atmosphäre unter den Studierenden zu erhalten.  

 

Jena, im März 2021

Der Fachschaftsrat Geschichte

der FSU Jena