Die ukrainische Fahne weht am Hauptgebäude der Universität Jena.

Neue Deutschlehrkräfte für die Ukraine

Die Universität Jena vertieft die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Ukraine bei der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern
Die ukrainische Fahne weht am Hauptgebäude der Universität Jena.
Foto: Jens Meyer (Universität Jena)

Meldung vom: | Verfasser/in: Stephan Laudien | Zur Original-Meldung

Die deutsche Sprache erfreut sich in der Ukraine großer Beliebtheit. Über 600.000 junge Menschen lernen Deutsch in der Schule, außerdem gibt es Deutsch in Kindergärten und Berufsschulen, es wird an privaten Institutionen unterrichtet und das Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF) wird an Hochschulen und Universitäten gelehrt. Das heißt, es werden viele Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer benötigt.

Für den Deutschunterricht in der Ukraine ist von deutscher Seite das Goethe-Institut Ukraine federführend. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena spielt in diesem Kontext eine ganz besondere Rolle: In Jena wird das „Deutsch Lehren Lernen“-Programm qualitativ und wissenschaftlich begleitet und in Abstimmung mit dem Goethe-Institut kontinuierlich weiterentwickelt.

Im Rahmen dieses Programms werden die Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer ausgebildet. Das Ziel? „Wir wollen die Ausbildung von Deutschlehrenden kontinuierlich verbessern und erneuern“, sagt Dr. Bernd Helmbold von der Universität Jena. Der 57-Jährige hat selbst DaF studiert, koordiniert die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und betreut darüber hinaus Kooperationen mit ausgewählten Universitäten weltweit.

Jüngst wurde dazu ein Memorandum of Unterstanding unterzeichnet, eine Vereinbarung zwischen der Universität Jena, dem Goethe-Institut Ukraine und 18 ukrainischen Universitäten. Unter der Prämisse „Aus der Praxis – für die Praxis“ wird es als nächstes am 24. November ein internationales BarcampExterner Link geben. Beteiligt sind neben dem Goethe-Institut Ukraine und der Uni Jena weitere Teilnehmende aus der Ukraine, aus asiatischen, afrikanischen und südosteuropäischen Ländern.

Ein Studium ist auch unter den Bedingungen des Krieges möglich  

Aktuell arbeiten 18 ukrainische Universitäten mit dem Programm ‚Deutsch Lehren Lernen“, sagt Bernd Helmbold. Darunter sind Universitäten in Mariupol, Kiew, Saporischja und Charkiw. Jena sei dabei de facto der „Premiumpartner“, weil die Friedrich-Schiller-Universität als bisher einzige deutsche Hochschule bei trilateralen Kooperationen beteiligt ist. Dafür seien schon vor Jahren die Weichen gestellt worden, so Bernd Helmbold: Allein zehn Autorinnen und Autoren des Programms „Deutsch Lehren Lernen“ kommen von der Universität Jena.

Das Programm sei so interessant, dass sich im Ausland auch Universitäten beteiligen, die bislang keine Deutschlehrkräfte ausgebildet haben. Ein weiterer Vorteil: Das Programm kann im Präsenzstudium, in der Kombination Präsenz und Online oder im reinen Online-Studium durchgeführt werden. Dadurch kann eine Ausbildung selbst unter den schwierigen Bedingungen des Krieges in der Ukraine absolviert werden. Bernd Helmbold: „Wir haben Universitäten dabei, die gegenwärtig gar keinen Präsenzunterricht anbieten können.

In Jena heißt der Studiengang „Deutsch unterrichten – Grundlagen für die Praxis“ und wird als Weiterbildungsstudium angeboten. Das Interesse an dieser Ausbildung sei auch wegen der vielen Flüchtlinge aus der Ukraine groß, sagt Bernd Helmbold. Gut ausgebildete Deutschlehrkräfte sichern guten Deutschunterricht und dieser bietet zahlreiche Vorteile. So ermöglichen Deutschkenntnisse beispielsweise ein Ingenieursstudium in Deutschland oder sie erleichtern eine Anstellung bei einem deutschen Unternehmen im Ausland.

So vielfältig die Gründe für das Interesse am Erlernen der deutschen Sprache sind, so vielfältig sind die Möglichkeiten, Deutsch lehren zu lernen. Die enge Kooperation zwischen dem Goethe-Institut, den ukrainischen Universitäten und der Universität Jena sorgt dafür, dass diese Angebote erhalten bleiben und stetig verbessert werden.