Daniel Papebroch, S. J.

Forschungsgruppe Papebroch

Gegenstand des Forschungsprojekts ist das Tagebuch eines Jesuitenpaters, der im 17. Jahrhundert quer durch Europa nach Rom reist und seine Beobachtungen und Erlebnisse detailgetreu festhält. Das im Autograph erhaltene Dokument ist ein komplementäres Zeugnis zur Kultur der Spätrenaissance aus geistlicher Sicht; es wurde im 20. Jahrhundert wiederaufgefunden und soll nun veröffentlicht und durch eine Übersetzung mit begleitendem Kommentar auch interdisziplinär zugänglich gemacht werden.
Daniel Papebroch, S. J.
Bild: Acta Sanctorum, Iunii, vol. VI, Antverpia 1715, ante pag. 1

Ehemalige Mitglieder

  • Edoardo Baiocchi
  • Kathleen Börner
  • Anne Greule, M.A.
  • Leon Grünberg
  • Corinne Hocke, M. A.
  • Nadine Hofmann, M. A.
  • OStD Johann Friedrich Hoffmann
  • Christopher Kuhlee, B.A.
  • Dott. Annalisa Ricchizzi, M. A.

Daniel Papebroch, S. J.: Diarium itineris Romani

Daniel Papebroch, S. J. Daniel Papebroch, S. J. Bild: Acta Sanctorum, Iunii, vol. VI, Antverpia 1715, ante pag. 1

Zum Inhaltlichen: 1660 brechen die Jesuiten Daniel Papebroch und Gotfrid Henschen auf persönliche Einladung Papst Alexanders VII. nach Italien auf, um Material für eine historisch-kritische Edition aller Heiligenviten zu sammeln. Sie reisen zu Fuß, per Kutsche und zu Pferd und besichtigen zweieinhalb Jahre Städte und kleine Ortschaften, Paläste, Burgen, Kirchen, Klöster und Bibliotheken. Papebroch führt über alles Tagebuch; er beschreibt detailliert und relativ vorurteilsfrei alles, was sie sehen, und erzählt von ihren Begegnungen mit berühmten Persönlichkeiten der Zeit. Es entsteht eine spannende Momentaufnahme italienischer Städte aus der Mitte des 17. Jahrhunderts.

Damit dieser kulturgeschichtlich höchst wertvolle Text auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich wird, wird er am Lehrstuhl für Mittellateinische und Neulateinische Philologie der FSU in Zusammenarbeit mit Forschern anderer Universitäten kritisch ediert, übersetzt, kommentiert und in sein gesellschaftliches und geistliches Umfeld eingeordnet. Derzeit werden die Städte der Emilia und der Romagna bearbeitet, darunter das Weltkulturerbe Ravenna, und aus Süditalien die vielen Kunstschätze der Stadt Neapel.

Reiseroute Papebrochs
Bild: LS Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit
Mittelalterliche Karte der Emilia-Romagna mit der Reiseroute
Bild: LS Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit

Folgende Teile des Reisetagebuchs wurden im Rahmen des Forschungsprojekts von Mitgliedern dieser Forschergruppe bereits ediert:

  • Kindermann, Udo: Eine unveröffentlichte Beschreibung zweier Gärten bei Rom aus dem Jahre 1661, in: Hubertus Fischer, Joachim Wolschke-Bulmahn und John Beardsley (Hrsg.), Reisen und Gärten: Reisen, Reiseberichte und Gärten vom Mittelalter bis in die Gegenwart, München 2019, S. 69–92.
  • Daub, Susanne: Kunstdenkmäler in Latium und der Toskana (= Die Forschungsreise der Bollandisten nach Italien 1660-1662, o. Nr., hrsg. v. Susanne Daub), Köln: Böhlau-Verlag, 2016, 320 Seiten (ISBN 978-3-4125-0346-8).
  • Kindermann, Udo: Kunstdenkmäler im Veneto (= Die Forschungsreise der Bollandisten nach Italien 1660-1662, o. Nr., hrsg. v. Susanne Daub), Köln: Böhlau-Verlag, 2016, 320 Seiten (ISBN 978-3-412-50366-6).
  • Daub, Susanne: Kulturgeschichtliches aus Mittelitalien: Der Blick eines Jesuiten auf Umbrien und auf die Marken, in: Studi Umanistici Piceni XXVI (2006), S. 241–251.
  • Hoffmann, Johann Friedrich: Notizie su Forlì da un diario di viaggio del 1660, in: Romagna Arte e storia 67 (2003), S. 43-66.
  • Kindermann, Udo: Kunstdenkmäler zwischen Antwerpen und Trient. Beschreibungen und Bewertungen des Jesuiten Daniel Papebroch aus dem Jahre 1660, Köln: Böhlau-Verlag, 2002, 527 Seiten (ISBN 3-412-16701-0).
Kindermann, Udo: Kunstdenkmäler im Veneto
Illustration: Böhlau-Verlag
Daub, Susanne: Kunstdenkmäler in Latium und der Toskana
Illustration: Böhlau-Verlag
Diese Seite teilen
Die Uni Jena in den sozialen Medien:
Ausgezeichnet studieren:
Zurück zum Seitenanfang