Buchstaben fliegen über Buch

Digital4Humanities

Modulare Selbstlernangebote zur Vermittlung von digitalen Forschungsmethoden in existierenden Kursangeboten der Geisteswissenschaften
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Foto: CC

Das Projekt Digital4Humanities konzentriert sich auf die Vermittlung von digitalen Forschungsmethoden in den Geisteswissenschaften. Im Projekt werden Videotutorien für die Lehre entwickelt, die zeigen, wie digitale Forschungsmethoden angewendet werden. Die Forschenden wollen mithilfe der Tutorien drei Ziele erreichen:

  1. die Digitalkompetenzen von Studierenden und Lehrenden fördern,
  2. den Einsatz digitaler Forschungsmethoden in den Geisteswissenschaften forcieren,
  3. ein Fachkonzept für den Einsatz von Videotutorien in den Geisteswissenschaften entwickeln
  4. und einen Leitfaden erarbeiten, der praxisorientierte Tipps gibt, die wissenschaftlich fundiert sind

Das Forschungsprojekt an der Juniorprofessur für Digital Humanities an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena möchte digitale Methodenkompetenzen in die Breite der Geisteswissenschaften bringen. In dieser Disziplin werden oft ethnografische oder interpretative Forschungsmethoden angewendet, beispielsweise Textanalysen. Digitale Methoden sind dagegen nur selten Teil der Lehre oder der Forschung. Aber genau jene Techniken eröffnen innovative Forschungsmöglichkeiten in den Geisteswissenschaften, zum Beispiel, um Architektur zu rekonstruieren, die nicht mehr existiert, oder um große Textmengen zu analysieren.

Hier setzt das Projekt Digital4Humanities an: Im Projekt werden Videotutorien entwickelt, die Anwendungsmöglichkeiten von digitalen Forschungsmethoden darstellen. Geplant ist, diese Videos in der Hochschullehre einzusetzen, beispielsweise in einem Flipped-Classroom-Modell. Das Modell dreht den Frontalunterricht um: Anstatt dass erst das Thema allen erklärt wird und dann Aufgaben allein gelöst werden, erarbeiten die Studierenden ein Thema allein per Erklärvideos und lösen dann Aufgaben gemeinsam. Die Videotutorien, die im Forschungsprojekt entwickelt werden, sind also Selbstlernangebote. Sie richten sich an Studierende und Interessierte und werden später als Open Educational Resources frei verfügbar sein. Das langfristige Ziel ist, die Digitalkompetenzen von Studierenden zu fördern und die Lehrenden in digitalen Methoden zu stärken und so hybride Lehr-Lernsettings voranzutreiben.

Validiertes Fachkonzept entsteht

Das Forschungsteam um Prof. Dr. Sander Münster möchte die Videotutorien außerdem für die Entwicklung eines Fachkonzeptes nutzen. Dafür werden die Tutorien in Lehrsettings mit Studierenden und Lehrenden getestet und evaluiert. Einige Fragen, die dabei berücksichtigt werden, sind zum Beispiel:

 

  • Wie sollten digitale Kompetenzen vermittelt werden?
  • Wie können Videotutorien eingesetzt werden?
  • Wie können die Selbstlernangebote in bereits bestehende Curricula integriert werden?
  • Wie kann eine Verbindlichkeit geschaffen werden, dass Studierende die Selbstlernangebote aufnehmen und verstehen?

 

Die Antworten auf diese und weitere Fragen bilden den Grundstein des Fachkonzeptes, das im Projekt beispielhaft für einige geisteswissenschaftliche Disziplinen entsteht. Der Anspruch ist, dass ein validiertes Konzept entwickelt wird, das wirksam, skalierbar und auf andere Fachbereiche übertragbar ist.

Ein solches Konzept speziell für die Geisteswissenschaften ist wichtig, weil digitale Kompetenzen zumeist nur in spezialisierten Studiengängen vermittelt werden. Aber nicht zuletzt hat die Corona-Pandemie gezeigt, dass digitale Lehrformate relevant sind. Mit dem Fachkonzept wollen die Forschenden das Potenzial von Videotutorien in den Geisteswissenschaften aufdecken und Lehrende dazu motivieren, die Formate einzusetzen.

Praktische Hinweise für Aufbau und Design

 Neben dem Fachkonzept entwickelt das Forschungsteam auch einen Leitfaden für Lehrende, der praktische Tipps gibt, wie ein Videotutorium gestaltet werden kann. Fragen, die der Guide beispielsweise behandeln wird, sind:

  • Wie sollte ein Videotutorium aufgebaut sein?
  • Welche Darstellungsform ist für welchen Inhalt am besten?
  • Sollte der Bildschirm abgefilmt oder eine Animation designt werden?

Der Leitfaden wird später so veröffentlicht, dass jede und jeder Interessierte, unabhängig vom Fachbereich, darauf zugreifen und die Tipps individuell anwenden kann.

Das Projekt ist im Januar 2020 gestartet, die Ziele werden bis Dezember 2022 umgesetzt. Das Vorhaben, das diesem Beitrag zugrunde liegt, wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 16DHB3006 gefördert. Die Verantwortung für das Projekt liegt bei Prof. Dr. Sander Münster.

Projektleitung: Prof. Dr. Sander Münster

Projektlaufzeit: 01.01.2020 – 31.12.2022

 Fördersumme: ca. 520.000 EUR

Fördergeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung

Förderkennzeichen: 16DHB3006

 

Förderprogramm: Dritte Förderlinie zur digitalen Hochschulbildung

 

Unterstützende Institutionen:

Universität Paderborn

Harvard University

Universität Würzburg

Arbeitskreis Digitale Kunstgeschichte

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Ludwig-Maximilians-Universität München

Digital Humanities im deutschsprachigen Raum e.V.

(Text: Annika Essmann)

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