Denkmal KZ Płaszów/ Krakau v. 1964

Dr. Immo Rebitschek

Osteuropäische Geschichte
Denkmal KZ Płaszów/ Krakau v. 1964
Foto: Raphael Utz
Immo Rebitschek, Dr.
Immo Rebitschek
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nach Vereinbarung per E-Mail
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Fürstengraben 13
07743 Jena
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Kurzvita

  • 10/2006 - 03/2011 Magisterstudium der Neueren Geschichte, Germanistik und Religionswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

  • 10/2012 – 11/2015 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Graduiertenschule des Imre Kertész Kollegs Jena

  • 09/2016 – 12/2016 Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Leitung des Projektbereichs Geschichte und Öffentlichkeit) am Imre Kertész Kolleg Jena (Vertretung)

  • 02/2017 Abschluss der Promotion (Thema: „Die Selbstdisziplinierung der Diktatur. Die Geschichte der sowjetischen Staatsanwaltschaft in Molotov, 1938 bis 1956“)

  • 04/2017 – 05/2017 Stipendiat des Deutschen Historischen Instituts Moskau

  • 10/2017 – 09/2018 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Abteilung Osteuropäische Geschichte der Justus-Liebig Universität Gießen

  • Seit 10/2018 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der FSU Jena
Forschung Inhalt einblenden

Forschungsinteressen

  • Imperialer Zusammenbruch, Revolution und Bürgerkrieg in Russland
  • Hungersnöte und Agrarkrisen im ausgehenden Zarenreich
  • Ukrainische Staats- und Nationsbildungsprozesse im 20. Jahrhundert
  • Stalinismus und Entstalinisierung
  • Strafjustiz in der Sowjetunion
  • Kollaboration und Strafverfolgung während und nach dem Zweiten Weltkrieg

Aktuelles Forschungsprojekt

Hunger im Vielvölkerreich – Imperiale Krisen und politische Verantwortung im ausgehenden Zarenreich, 1867-1907

Russlands Aufbruch in die Industriemoderne wurde begleitet von einer Kaskade von Hungerkrisen. Kein anderer europäischer Staat erlebte im späten 19. Jahrhundert die Folgen von Missernten so gravierend wie das Russische Imperium. 1891/92 erfasste das Land eine Hungersnot, der zwischen 400.000 und 900.000 Menschen zum Opfer fielen – mitten im Herzen der Getreideanbauregionen des Vielvölkerreichs, doch auch die ethnischen und politischen Peripherien im Süden und Westen erlebten im 19. und frühen 20. Jahrhundert infolge von Missernten mehrfach katastrophale Ausnahmezustände, die mal mehr und mal weniger nationale Aufmerksamkeit erlangten. Sowohl im Baltikum in den 1860ern, den Tatartengebieten der Provinz Kazan in den 1890ern oder im Südkaukasus nach 1905 forderten Missernten und Versorgungskrisen die imperiale Ordnung heraus.

Das Projekt behandelt diese Hungerkrisen als Gegenstand und als Gradmesser für die Entwicklung des späten russischen Imperiums. Dem liegt zugrunde, Hunger als Ergebnis eines kulturellen Konstruktionsprozesses und zugleich das Resultat politischer, sozialer und wirtschaftlicher Praktiken zu betrachten. Hungerkatastrophen und ihre Bewältigung sind Gradmesser für die Präsenz von Staatlichkeit, politische Verantwortungsdiskurse, soziokulturelle Hierarchien und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Vor diesem Hintergrund beleuchtet das Projekt, inwiefern die kulturelle und die strukturelle Auseinandersetzung mit Versorgungskrisen, den imperialen Zusammenhalt beeinflussten und was wir über das Zusammenleben imperialer Subjekte vor dem Hintergrund des Hungerproblems lernen können. Wie drückte sich über die Definition von Hunger kulturelle Andersartigkeit aus? Wie beeinträchtigte und formte die Auseinandersetzung mit Krisensituationen die strukturelle Aufrechterhaltung imperialer Ordnungssysteme – also die Kooptation lokaler Eliten; wurden lokale Akteure zur Krisenbewältigung mit einbezogen? Wie veränderte die Krise und deren Bewältigung das interethnische Zusammenleben? Welche Rolle spielte die Wahrnehmung politischer Verantwortung für die Durchsetzung und Aufrechterhaltung imperialer Ordnungen?

Publikationen Inhalt einblenden

Publikationen (Auswahl)

Monographien

  • Die disziplinierte Diktatur. Stalinismus und Justiz in der sowjetischen Provinz, 1938 bis 1956. Köln/Weimar/Wien 2018.

Herausgeberschaften

  • Die Thüringer Landesgründung. Der Weg zum Freistaat über Wunsch, Programm und Reform 1989-1993, Erfurt 2010.

Aufsätze

  • Et al.: “Prosecution and Trajectories after 1945”, in: Robert Gerwarth/ Jochen Boehler (Hrsg.): The Waffen SS: A European History. Oxford 2016, S. 294-330.
  • Neuvermessung und Neugestaltung eines Erinnerungsortes: Die Gedenkstätte Permʹ-36, in: Raphael Utz/ Jörg Ganzenmüller (Hrsg.), Sowjetische Gesellschaftsverbrechen und Russische Erinnerung. Orte – Akteure – Deutungen. München 2014, S. 91-108.
  • Strafverfolgung im Stalinismus. Das Schicksal „Nicht-Politischer“ Häftlinge, in: Julia Landau/ Irina Scherbakowa (Hrsg.), Gulag. Texte und Dokumente 1929-1956. Göttingen 2014, S. 128-139.
  • Feindbilder auf dem Prüfstand: Sowjetische Kollaborateure im Fokus der Revisionskommissionen, 1954 und 1955, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 65,2 (2017), S. 262-281.
  • Statebuilding under Occupation. Pavlo Skoropadsky’s Hetmanate in 1918, in: Revolutionary Russia 32,2 (2019), S. 226-250.
  • Lessons from the Terror: Soviet Prosecutors and Police Violence in One Province, 1942 to 1949, in: Slavic Review 78,3 (2019), S. 738-757.

Zeitungsartikel

  • Das Theater der Diktatur, in: taz, 25.1.2017, S. 17.

Rezensionen

Sonstiges

Lehre Inhalt einblenden

Sommersemester 2020

  • Seminar: An der Nahrungsfront - Hungerkatastrophen in der Sowjetunion, 1917-1947

Wintersemester 2019/20

  • Seminar: Einführung in die Südosteuropastudien (zus. mit Dr. Victoria Popovici)
  • Seminar: Absolutismus aufgeklärt? Russland unter Katharina II. (1762-1796)
  • Lese- und Schreibwerkstatt: Juden im späten Zarenreich – Politik und Alltag zwischen Ausgrenzung und Emanzipation, 1804-1917

Sommersemester 2019

  • Seminar: Jugoslawien im Krieg: Staatszerfall, Massengewalt und Neuordnung in Südosteuropa (1991-1999)
  • Seminar: Die „Ukrainische Revolution“, 1914-1920

Wintersemester 2018/19

  • Seminar: Einführung in die Südosteuropastudien (zus. mit Dr. Victoria Popovici)
  • Lese- und Schreibwerkstatt: 1918 - Übergang und Zeitenwende in Europas Osten
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