Wintersemester 16/17

WiSe

Wintersemester 2016-2017
Wintersemester 16/17
Foto: ARCOSUR
Argentinien und Chile im interdisziplinären Fokus Argentinien und Chile im interdisziplinären Fokus
Prof. Mg. Patricia Pintos: "El extractivismo se viste de seda. Falacias y conflictos del urbanismo privado en humedales" Inhalt einblenden
Patricia Pintos Foto: ARCOSUR

Professorin Pintos präsentierte ihre Forschungen zum Flussgebiet des Río Lujan. Sie zeigte hieran das Phänomen des städtischen Extraktivismus durch das Auftreten und die Konsolidierung eines neoliberalen Stadtmodells, dessen räumliche Form die der geschlossenen Stadtteile ist.

Dieses Modell lief in den 90er-Jahren in Argentinien an und seine Entwicklung und Zunahme hat sich bis heute nicht verändert. Die Hauptfolgen dieses räuberischen Modells des Stadtraums sind die erhebliche Veränderung der Feuchtgebiete nicht nur landschaftlich, sondern auch funktionell.

Die Feuchtgebiete sind jetzt nicht mehr Gebiete des Oberflächenabflusses und der Wasserabsorption zu Zeiten von Hochwasser, sondern sind von gehobeneren Siedlungen besetzt, die durch die Konstruktion von Mauern den Raum fragmentieren und sich gegenüber derjenigen abgrenzen, die nicht zu dem Kreis derer, die sich mit Seide kleiden gehören. Dem Diskurs über das Leben im Kontakt mit der Natur und dem Ökologischen folgend, werden die Feuchtgebiete für den exklusiven Gebrauch verkauft. Dies geschieht nach Bekanntgabe durch die kommunalen Regierungen, welche die Konstruktionen autorisieren.

Prof. Lic. Luis Adriani: "Economía social y territorio en la Argentina. Aportes desde la universidad pública" Inhalt einblenden
Luis Adriani Foto: ARCOSUR

Professor Adriani präsentierte die neusten Fortschritte seiner Forschungen über die soziale Wirtschaft, bzw. Volkswirtschaft, und die Rolle, welche den Sozialräten der nationalen Universitäten in der Unterstützung der Organisationsinstanzen zugeschrieben werden. Diese entwickeln sich dort als Genossenschaften, wieder angeeignete Fabriken oder kleine ProduzentInnen, welche sich in Pymes gründen.

Die Herausforderungen sind zahlreich, aber die Aufgabe der Verbreitung, die die Universitäten diesen sozialen AkteurInnen gegenüber haben, welche aus der Krise des Jahres 2001 hervorgingen und sich zügig als Teil alternativer Formen der sozialen Reproduktion während des Jahrzehnts zwischen 2000-2010 zu entwickeln begannen, ist unvermeidbar.

Prof. Dra. Graciela Salto: "Buenos Aires como centro de difusión editorial: conexiones transnacionales a inicios del siglo XX" Inhalt einblenden
Graciela Salto Foto: ARCOSUR

Prof. Dr. Graciela Salto der Universidad Nacional de La Pampa und Forscherin des Consejo Nacional de Investigaciones Científicas y Técnicas (CONICET) der Republik Argentinien hielt am 2. November einen Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung des Wintersemesters 2016/17 von ARCOSUR.

Salto präsentierte einige Ergebnisse der gemeinsamen Forschung über "Itinerarios de lecturas y tradiciones culturales en América Latina". Im Rahmen dieses Projekts kam sie nach Deutschland, um die Archive des Nachlasses von Lehmann-Nietzsche, das am Ibero-Amerikanischen Institut in Berlin gesammelt wurde, zu untersuchen.
Unter dem Titel "Buenos Aires como centro de difusión editorial. Conexiones transnacionales", zeigte sie, wie das moderne Imaginäre in Buenos Aires seit den 1980er Jahren gestaltet ist. Eine Stadt, welche sich aufgrund der wachsenden Anzahl an InmigrantInnen und beschleunigter Urbanisierung, als paradigmatisches Beispiel zur Analyse eignet. Salto illustrierte diese Phänomene anhand einer exzellenten Auswahl an Fotos dieser Epoche, welche dem Publikum ermöglichten, sich die Bildung des modernen Imaginären und der kulturellen StaatsbürgerInnenschaft bildlich vorzustellen. Außerdem war es dadurch möglich, sich ein Bild davon zu machen, wie die Produktion von alltäglichem Lesematerial, das in Lebensmittelläden geliefert wurde oder durch gegenseitige Verbände sowie in öffentlichen Bibliotheken verteilt wurde und dabei half, nicht nur einen frühen Verlagsmarkt zu etablieren, sondern auch eine schnelle Integration der exzessiven Einwanderung Anfang des 20. Jahrhunderts in Argentinien zu ermöglichen.
Die Präsentation ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00031408

Prof. Dr. Cristián Henríquez Ruiz: "Ciudades intermedias chilenas: ¿Resilientes y sustentables?" Inhalt einblenden
Ruíz Foto: ARCOSUR

Beruhend auf seinen Erfahrungen als Forscher, Hochschullehrer und Berater zu Themen der urbanen Nachhaltigkeit, der umweltrelevanten Bewertung von territorialen Planungsprozessen und der Analyse der Verwundbarkeit nach Naturkatastrophen sowie der Veränderungen bei der Bodennutzung, präsentierte Henríquez jüngste Forschungsergebnisse, die er in seinem Buch Modelando el crecimiento de ciudades medias. Hacia un desarrollo urbano sustentables veröffentlichte, welches bei PUCC erschien.

Inspiriert durch den Titel unserer Ringvorlesung Discursos del Espacio y Espacios de Discurso, bot Henríquez einen Überblick über den Stand der Raumdiskurse zum Konzept der nachhaltigen Entwicklung. Er hob in dem erwähnten Abriß den Genderaspekt hervor, indem er auf den auffallend hohen weiblichen Anteil unter den führenden ForscherInnen hinwies und nannte hier unter anderem Rachel Carson, Donella Maedows und Grö Harlem Brundtland.

Gleichfalls machte er darauf aufmerksam, dass in der Gegenwart neuere Ansätze zur Umweltkonzeption zu bemerken sind, die sich auf Konzepte wie Verwundbarkeit und Resilienz konzentrieren.

Ausgehend von der Analyse mittelgroßer chilenischer Städte wie Chillán und Los Ángeles stellte sich Henríquez die Frage, ob diese Städte über Modelle zum nachhaltigen urbanen Wachstum verfügen und ob sie die Fähigkeit zur Reorganisation und Revitalisierung entwickelt haben, um den Bedrohungen und Risiken, mit denen überall in Chile urbane Ansiedlungen konfrontiert sind, standzuhalten zu können. Diese Gefahren betreffen nicht nur Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunamis und Überschwemmungen, sondern auch das verstärkte Abschmelzen städtischer Einnahmen angesichts des Spekulationsdesasters innerhalb der Immobilienbranche, die den städtischen Extraktivismus verstärkt und ein Produkt der kapitalistischen Dynamiken ist, die im Städtebau ein sehr rentables Geschäft gefunden hat.

Fehlende Institutionalisierung und städtische Politiken sowie städtische PolitikerInnen, die ein difuses Städtemodell verfolgen insbesondere bezüglich der Ausdehnung auf die Peripherie stellen einige der größten Herausforderungen dar, die resilientere und nachhaltigere Städte zu überwinden haben.

Die Präsentation kann unter diesem Link abgerufen werden: https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00031409 

Dr. Rubén Ascúa: "Internationalization of industrial SMES in Latin America from a simple of Argentina" Inhalt einblenden
Ascua Foto: ARCOSUR

Ascúa ist Wissenschaftler und Berater von kleinen und mittelständischen Unternehmen in Lateinamerika, insbesondere in Argentinien. Er zeigte in seinem Vortrag die prinzipiellen Tendenzen und Strategien dieses Unternehmenssektors im Hinblick auf die Globalisierungsprozesse auf. Seine Analyse beschränkte sich auf die Vergleichsperiode 2007 bis 2015, in der er zwei unterschiedliche Phasen mit einem Wendepunkt im Jahr 2011 ausmachte. Er stellte sich die Frage, wie Planung in einem Land mit hoher ökonomischer Volatilität wie Argentinien funktioniert und welches die Wachstumsdynamik dieses Sektors im Verhältnis zum Export ihrer Produkte ist.

Bei der Untersuchung von 450 von insgesamt 747 Unternehmen der Provinz Santa Fe stellte er in 150 Unternehmen eine gute Exportdynamik fest. Diese Unternehmen entwickelten sich trotz der Volatilitätsprozesse dadurch, dass sie in Prozessprojekte und nicht in neue Produkte investierten, da sie folgende Tendenzen aufwiesen: a.) Diversifizierung der Märkte für die Produktion; b.) Gestaltung der unternehmerischen Informationsnetze; c.) Verbesserung der Effektivität produktiver Prozesse.

Dieses sind die Gründe, warum der Sektor für klein- und mittelständische Betriebe, insbesondere in Rafaela und der Region so gute Ergebnisse erzielt und diese Zeit gut bewältigt hat.

Dra. Clara Ruvituso: Deutsche Philosophen in Argentinien. Über Zentrum und Peripherie im Kulturaustausch" Inhalt einblenden
Clara Ruvituso Foto: ARCOSUR

Dr. Ruvituso stellte die Ergebnisse ihrer Forschung über die Geistesgeschichte und die Rezeption der deutschen Philosophie in Lateinamerika vor, zu denen sie anhand der sorgfältigen Recherche in Archiven und Zeitungen in Argentinien und Deutschland gelangt war. Diese Ergebnisse wurden 2015 in dem Buch Existenzielle Dialoge. Die deutsche Philosophie im peronistischen Argentinien (1946-1955) sowie in der 2016 erschienen Veröffentlichung mit Juan Piovani und Nikolau Werz Transiciones, Memorias e Identidades en Europa y América Latina (zu deutsch etwa: Transitionen, Erinnerungen und Identitäten in Europa und Lateinamerika), publiziert.

Der Fokus des Vortrags lag auf dem Austausch zwischen deutschen und argentinischen PhilosophInnen, der auf dem Philosophiekongress in Mendoza 1949 stattfand. An diesem Kongress nahmen unter anderem deutsche Philosophen wie Fink und Gadamer teil. Es handelte sich nicht nur im wissenschaftlichen, sondern auch im politischen Sinne um einen wichtigen Kongress, denn sowohl Präsident Perón als auch seine Frau Eva sowie das gesamte MinisterInnenkabinett nahmen daran teil. In seiner Eröffnungsrede stellte der Präsident einige der Grundkonzepte des peronistischen Denkens vor, welches als Tercera Posición bekannt wurde (zu deutsch etwa: dritte Position; es bezieht sich auf die dritte Möglichkeit jenseits von Marxismus und Kapitalismus).

Dr. Paula Varela: "Del crecimiento económico a la crisis. El retorno del protagonismo del sector público en la conflictividad laboral en Argentina. El ejemplo de los docentes en la Patagonia" Inhalt einblenden
Varela Foto: ARCOSUR

Dr. Varela wurde über das Thematische Netzwerk Patagonien, das durch den DAAD fiananziert wird, für einen kurzen Forschungsaufenthalt an die Friedrich-Schiller-Universität Jena eingeladen. Zu den vorgesehenen Aktivitäten an der Universität gehörte unter anderem ihr Vortrag bei ARCOSUR mit dem Titel: Del crecimiento económico a la crisis. El retorno del protagonismo del sector público en la conflictividad laboral en Argentina. El ejemplo Patagonia" (zu deutsch etwa: Vom wirtschaftlichen Wachstum zur Krise. Die Wiederkehr des Protagonismus des öffentlichen Sektors im Arbeitskonflikt).

Varela stellte sich selbst als Teil eines ForscherInnenkollektivs des CEIL-CONICET-UBA vor, das seit Jahren zu Fragen der Beschäftigungsbedingungen, gewerkschaftlcher Organisierung und Arbeitsbeziehungen forscht. Ausgehend von einer diachronischen Analyse und unter Rückgriff auf eine wichtige und umfangreiche empirische Grundlage, erklärte die Wissenschaftlerin die Dynamiken sozialer und Arbeitskonfliktivität seit den 80er Jahren in Argentinien. Von der Depolitisierung der ArbeiterInnen der 80er Jahre, die der Repression der vorangegangenen Jahre geschuldet war, über die territorialen Basisorganisationen der 90er Jahre, für die die Straße der Ort war, an dem die Piqueteros[1] gegen die unzureichenden staatlichen Politikmaßnahmen ankämpften, um auf die zunehmende Arbeitslosigkeit zu antworten, bis zum Jahr 2003, in dem die Kämpfe zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen jetzt nicht mehr als Arbeitslose, sondern als ArbeiterInnen beleuchtete Varela die historischen und soziologischen Vorläufer, die Zusammensetzung der Bewegungen und die Formen sozialer und gewerkschaftlicher Organisierung. Eine besondere Zeile verdient die Nennung der ArbeiterInnen, hauptsächlich staatlicher, in Patagonien und Salta.

Die Präsentation ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00031416

[1] Piqueteros bezeichnet die DemonstrantInnen in Argentinien, deren primäre Demonstrationsform Blockaden darstellten.

Dra. Mariela Blanco: "Vanguardia y nación en Borges y Marechal" Inhalt einblenden
Blanco Foto: ARCOSUR

Dr. Blanco hielt im Zuge ihres Besuchs in Jena im Rahmen des Projektes der Cooperación Internacional (CONICET-MinCyT y DFG) zwischen Argentinien und Deutschland, welches sie an der Seite von Prof. Dr. Claudia Hammerschmidt mitleitet,  hielt sie in der Reihe der Ringvorlesungen von ARCOSUR die Präsentation: Vanguardia y nación en Borges y Marechal.
Zunächst führte Blanco eine Kontextanalyse der Produktionen von Borges und Marechal der 20er Jahre in Argentinien durch, indem sie eine Avantgardebewegung charakterisierte, welche in dem Eifer arbeitete, den Begriff der Nation mit Mythen zu besetzen. Anschließend zeigte sie die Ursachen der Distanzierung dieser Autoren auf. Schließlich analysierte sie speziell die Produktion von Leopoldo Marechal, für den Zeit und Raum dazu idealisiert werden, die Vorstellung von Heimat durch einen volkreichen und kollektiven Traum, der der Nation Identität verleiht, zu entwickeln. Blanco zeigte, dass Marechal durch Mittel der Illusion, Erinnerung und Projektion eine Vergangenheit und eine Gegenwart mit kreolischen und titanischen Mythologien repräsentiert, um das geträumte Land dem realen gegenüberzustellen.
Die Präsentation ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00031418

Dra. Verónica Hollman: "A visual turn in a visual discipline: images and geographical imagination in Argentina" Inhalt einblenden
Hollman Foto: ARCOSUR

Laut Hollman beschäftigen sich GeografInnen mit verschiedenen Arten von Bildern in der Produktion, Kommunikation und Lehre von geografischem Wissen. Im Allgemeinen behauptet sie, dass der Beruf des Geografen durch Praktiken, welche auf visueller Analyse basieren, konstruiert und legitimiert wurde. In der geografischen Tradition, analysiert, sucht und vergleicht der Geograf insbesondere kartografische Bilder; er begibt sich aufs Land, um zu beobachten, Landschaften zu beschreiben und visuelle Beweise zu suchen. Des Weiteren zeigte Hollman, dass man in der Geografie seit Beginn des 21. Jahrhunderts die Produktion und den Gebrauch von Bildern ausgeweitet hat, was aus dem Nutzen der Hardware- und Softwareentwicklung resultierte, sowie aus dem Zugang zu schnellen und günstigen Internetverbindungen. Trotz dieser visuellen Matrix der Disziplin, wurde diese wenig untersucht, weshalb die Spezialistin Verónica Hollman ihre Forschungen speziell an dieser Stelle ansetzt.   
Hollman erklärte in ihrer Präsentation beispielhaft anhand mehrerer Bilder, dass die sogenannte visuelle Wende im geografischen Diskurs mit der voranschreitenden und unkritischen Anpassung im Gebrauch visueller Materialien brechen und eine Reflexion auslösen muss, welche die Bedeutung des Bildhaften in den Praktiken des Geografen erkennt, mit dem Ziel, zu verstehen, wie Vorstellungen aus diesen Bildern gebildet und erschaffen werden.
Die Präsentation bestand aus drei Teilen. Der erste hatte historischen Charakter, da sie die Rolle des Gebrauchs von Bildern in der Tradition und beim geografischen Diskurs offenlegte; der zweite hatte theoretischen Charakter, aufgrund der Analyse der wichtigsten Fragestellungen, die durch die visuelle Wende in der Disziplin ausgelöst wurden; und der dritte hatte praktischen Charakter, da er die Herausforderung der Bedeutung der visuellen Wende in der aktuellen Forschungsagenda darstellte.

Die Präsentation ist unter diesem Link abrufbar: https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00031419          

Victoria Torres: "Padres de la patria: paternidad y soberanía en narraciones y películas sobre la guerra de Malvinas" Inhalt einblenden
Torres Foto: ARCOSUR

Victoria Torres sprach zu und mit den Anwesenden über den Konflikt um die Falklandinseln und darüber, wie dieser Konflikt in Dokumentarfilmen (películas testimoniales), die in Argentinien produziert wurden, dargestellt wird.

Ausgehend von der Analyse des Dokumentarfilms der Regisseurin Victoria Reale Desobediencia Debida (zu dt. Gebührender Ungehorsam) von 2010, zeigte Torres, wie sich die zum Schweigen gebrachte Geschichte der Falklandinseln im Film über die zeugnishaften Berichte zweier Teilnehmer rettet: Einer der beiden ist Reales Vater selbst, der andere ein englischer Luftwaffenoffizier, der von den argentinischen Truppen gefangen genommen wurde.

In ihrer Analyse zeigte Torres darüberhinaus eine große dokumentarische Entdeckung: die cartilla de recomendación (zu dt.: das Empfehlungskärtchen) ein vor kurzem erst durch die argentinische Regierung freigegebenes Dokument,  das von den ehemaligen KämpferInnen unterschrieben werden musste, um vom Heer beurlaubt zu werden. Mit diesem Dokument war es verboten, zu sprechen und die, die als HeldInnen angesehen wurden, wurden damit zum Schweigen gebracht. Auf diese Weise bricht Torres das Schweigen und lässt die ProtagonistInnen dieser Kriegsgeschichte und die Vergessenen zu Wort kommen.

Unter diesem Link ist die Präsentation abrufbar: https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00033100 

Dr. Fernando Guerrieri: "De mosquitos, naturaleza y algunos discursos" Inhalt einblenden
Guerreri Foto: ARCOSUR

Dr. Guerrieri präsentierte eine Auswahl aus mehreren eigenen Forschungsarbeiten über Wahrnehmung, Lernen und Gedächtnis mit der Verwendung von Bienen, Ameisen und Mücken als Modellorganismen. Seine Untersuchungen zeigten, wie die Wahrnehmung und das Lernen von Insekten dazu dienen, zu verstehen, wie Individuen mit der Umwelt in Beziehung stehen: Insbesondere wie die Reize, die auf das Individuum einwirken, in jedem Individuum durch das zentrale Nervensystem repräsentiert werden, indem sie Wahrnehmungsräume bilden.
Sein Beitrag zu den Ringvorlesungen hatte die Absicht, die Diskussion über die diskursive Konstruktion des Umweltbegriffs (Umwelt, sensu von Uxkühl) aus der Biologie zu eröffnen und ergänzende Elemente der Analyse für ForscherInnen in den Human- und Sozialwissenschaften bereitzustellen, die sich fragten, ob diese Forschungen über Verhalten, Gedächtnis, Lernen und Wahrnehmung bei Insekten auf die Wahrnehmung des Menschen übertragbar seien. In der Tat ähneln sich die Geruchssysteme von Insekten in Struktur und Funktion dem Geruchssystem von Wirbeltieren.

Die Präsentation ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00031420 

Dr. Cand. Arq. Carlos Romero Grezzi: "Microrrelatos y hábitat fragmentado ¿El lugar como promotor espontáneo del desarrollo urbano?" Inhalt einblenden
Grezzi Foto: ARCOSUR

Romero Grezzi analysierte in seiner Präsentation die Übereinstimmungen und Divergenzen zwischen der öffentlichen Auffassung von Raumproduktion und der aufkommenden kollektiven Konzeption von Lebensraum. Aus seiner Forschung geht hervor, dass sich die Aneignung von Wohnraum in sozialen Praktiken der Validierung, Anpassung und / oder Transformation der städtischen Viertel manifestiert, die durch den Bau von Sozialwohnungen in der argentinischen Stadt San Juan gebildet wurden.

Während seines gesamten Vortrags zeigte sich die Wichtigkeit der Berücksichtigung der täglichen Praktiken der BewohnerInnen und der aufkommenden Veränderungen in den neuen Vierteln der städtischen Peripherie sowohl zum Zeitpunkt der Planung als auch bei der späteren Nutzung. Seine Analyse machte deutlich, dass zwischen 2003 und 2015 eine sehr wichtige Anzahl an Wohnlösungen für Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen geschaffen wurde. Diese wurden jedoch nicht von den EinwohnerInnen entworfen, sondern richteten sich nach veralteten Baumodellen, ohne städtebauliche Kriterien anzuerkennen, die die Qualität des städtischen Lebens für die EmpfängerInnen dieser Wohnlösungen verbessern. Die große Herausforderung für die Stadtplanung und die Diskurse der städtischen Produktion liegt in der Aktualisierung des Managementmodells und der Politik für den öffentlichen Wohnungsbau.

Durch eine neuartige Methodik achtet Romero Grezzi auf den Diskurs der territorialen AkteurInnen und produziert Mikrogeschichten mit den Informationen, die er aus Interviews, Beobachtungen vor Ort und dem, was er als Forscher erlebt hat, erhält. Dies rettet und erzeugt einen städtischen Diskurs, der es ihm ermöglicht, einerseits den Begriff des Ortes als Kategorie und Diskurs der sozio-räumlichen Analyse zu reflektieren und andererseits die Prozesse der Produktion und des städtischen Raummanagements zu überdenken.

Die Präsentation ist unter diesem Link abrufbar: https://www.db-thueringen.de/receive/dbt_mods_00031421

Dr. Cand. Ana María Troncoso Salazar: Von deutschen Jüd_innen zu chilenischen Jüd_innen: Positionierungen und Identitätsbildung im chilenischen Kontext des 20. und 21. Jahrhunderts" Inhalt einblenden
Ana Troncoso Salazar Foto: ARCOSUR

Der Fokus der Präsentation lag auf der Analyse der Prozesse von BürgerInnenschaft deutscher Juden und Jüdinnen in Chile, sowie der Problematisierung der Positionierungen und (neuen) Konzeptionen des eigenen Selbsts in einem neuen Umfeld. Über Ausschnitte von Interviews und Zitaten autobiografischer Texte der GesprächspartnerInnen, zeigte die Referentin die Vielfalt der persönlichen Positionierungen gegenüber verschiedenen politisch-sozialen Situationen innerhalb der chilenisch-deutschen Geschichte.

Im Mittelpunkt der Analyse zeigten sich Fortsetzungen und Brüche rassistischer Leitbilder, die sowohl aus Europa stammen, als auch lokalen Ursprungs sind. Darüber hinaus lag der Fokus auf deren Einflüsse auf die Konstruktionsprozesse bürgerlicher Identitäten.

Fotos

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