Modell des Carl-Zeiss-Hauptwerkes in Jena

3D-Rekonstruktion vom ehemaligen Carl Zeiss Hauptwerk

Geschichte sichtbar machen
Modell des Carl-Zeiss-Hauptwerkes in Jena
Foto: Liv Eichner (FSU Jena)

Meldung vom: 04. März 2021, 14:52 Uhr | Verfasser/in: Annika Eßmann

Modell des Carl-Zeiss-Hauptwerkes in Jena Modell des Carl-Zeiss-Hauptwerkes in Jena Foto: Daniel Hinz und Louise Tharandt (Universität zu Köln)

Vor 31 Jahren musste das Carl Zeiss Hauptwerk in Jena einem Einkaufszentrum und dem Uni-Campus weichen. Die Gestalt dieses Gebäudekomplexes, die im Laufe der Zeit vielen Veränderungen unterworfen war, ist heute nur noch wenigen bekannt. Nicht zuletzt deshalb wurde Ende 2020 der Wettbewerb Modellathon 2020 für Studierende ausgerufen. Das Ziel: Die Modelle sollen der Jenaer Stadtöffentlichkeit helfen, sich den Gebäudekomplex vorzustellen – und zwar in seinem Bauzustand vor dem Ersten Weltkrieg. Jetzt stehen die Gewinner des Wettbewerbs fest.

Wie lässt sich das 3D-Modell eines Gebäudekomplexes erstellen, der seit über 100 Jahren nicht mehr existiert? Vor dieser kniffligen Herausforderung standen Studierende aus ganz Deutschland und aus diversen Studiengängen, darunter Archäologie und Architektur. Sie bildeten elf Teams und entwarfen innerhalb von zweieinhalb Monaten digitale 3D-Modelle des Hauptwerks, wie es vor dem Ersten Weltkrieg ausgesehen hat. Das ZEISS-Archiv stellte den Teilnehmenden das Material für die Rekonstruktion zur Verfügung, beispielsweise Fotografien, Zeichnungen und Grundrisse.

Das Kniffelige bei der Rekonstruktion war, dass die Informationen das Gebäude nicht vollständig und nicht aus jeder Perspektive darstellen. Zum Beispiel zeigen zeitgenössische Fotografien nicht alle Fassadenteile der verschiedenen Gebäude. Das führte zu Lücken in den 3D-Modellen, die die Studierenden historisch plausibel schließen und ihr Vorgehen in Begleittexten erläutern mussten. Gerade das war ein wichtiges Bewertungskriterium, das eine Fachjury neben weiteren Aspekten begutachtet hat.


Modelle überraschten mit Originalität

Laut der Jury um Prof. Dr. Sander Münster (FSU Jena) waren die Beiträge vielfältig, von hoher Qualität und teilweise sehr originell. Deshalb ist es der Jury schwergefallen, ein Siegerteam zu küren. Die Entscheidung fiel schließlich auf Daniel Hinz und Louise Tharandt (beide Universität zu Köln) für den ersten Platz. Dirk Mariaschk (Freie Universität Berlin) und Steven Götz (Humboldt-Universität zu Berlin) belegten den zweiten Platz. Angesichts der hochkarätigen Modelle entschied sich die Jury, den dritten Platz aufzuteilen und ihn zu gleichen Teilen an Christine Käfer und Lilia Gaivan (beide LMU München) sowie Liv Eichner (FSU Jena) zu vergeben.

Die drei Plätze sind mit jeweils 1.000 Euro, 350 Euro und 200 Euro dotiert. In den kommenden Monaten sollen die prämierten Modelle der Jenaer Stadtöffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert werden. Dann können sich vielleicht wieder mehr Menschen den alten Gebäudekomplex vorstellen, der das Stadtbild für lange Zeit geprägt hat.

Der Wettbewerb ist an der Professur für Digital Humanities der Friedrich-Schiller-Universität Jena angesiedelt und wird von der Hochschulrektorenkonferenz gefördert.

Kontakt

Projektleitung:

Kooperationspartner:

  • Institut für Kunstgeschichte der Universität Würzburg
  • Forschungsgruppe Knowledge Visualization im Department Design der Zürcher Hochschule der Künste
  • Professur für angewandte Informatik und Visualisierung im Bauwesen am Architekturinstitut der Hochschule Mainz

Förderung:

Hochschulrektorenkonferenz

Förderlinie:

Kleine Fächer: Sichtbar innovativ

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