- Beginn
- Ende
- Veranstaltungsarten
- Collegium philosophicum
- Ort
-
Zwätzengasse 12, Hörsaal Z12
07743 Jena
Google Maps – LageplanExterner Link - Im Rahmen
- Vortragsreihe "Collegium Philosophicum" im SoSe 2026
- Es referiert
- Isette Schuhmacher
- Organisiert von
-
Institut für Philosophie, Arbeitsbereich Praktische Philosophie
PD Dr. Daniel Kersting
- daniel.kersting@uni-jena.de
- Kontakt
-
Institut für Philosophie, Arbeitsbereich Praktische Philosophie
PD Dr. Daniel Kersting
- daniel.kersting@uni-jena.de
- Veranstaltungssprache
- Deutsch
- Barrierearmer Zugang
- nein
- Öffentlich
- ja
Isette Schuhmacher (Berlin): Demokratie unter Druck. Perspektiven einer Kritischen Theorie der Krise
Veranstaltungseckdaten
Collegium Philosophicum im Sommersemester 2026
Das "Collegium Philosophicum" ist die semesterweise stattfindende Vortragsreihe des Instituts für Philosophie.
Im Sommersemester 2026 ist sie vom Arbeitsbereich Praktische Philosophie organisiert und steht unter dem Thema „Demokratie in Krisenzeiten – Perspektiven der Politischen Philosophie“ und versammelt sechs Vorträge, die versprechen, auch über die Grenzen des Faches hinaus spannend zu werden:
Die gegenwärtigen Diagnosen einer „Krise der Demokratie“ verweisen auf tiefgreifende Spannungen innerhalb liberaldemokratischer Gesellschaften – sichtbar in sozialer Ungleichheit, im Streit über Migration und Klimawandel sowie im Aufstieg populistischer und autoritärer Bewegungen. Die Vortragsreihe nimmt diese Spannungen zum Ausgangspunkt, um grundlegende Fragen der politischen Philosophie neu zu stellen: Wie sind demokratische Ordnungen mit den Krisen verflochten, die sie zugleich bearbeiten sollen? Welche Formen demokratischen Handelns lassen sich unter diesen Bedingungen als angemessen oder zukunftsfähig bestimmen? Und was ist überhaupt eine Krise, und wie verhalten sich Krisen(diagnosen) zu gesellschaftlicher Transformation?
Diskutiert werden diese Fragen etwa mit Blick auf die demokratische Gestalt von Eigentumsverhältnissen, die Bedeutung von Kontingenz und Konflikt für demokratische Prozesse sowie globale und historische Machtverhältnisse. Zugleich werden experimentelle und praxisnahe Zugänge berücksichtigt, die Demokratie nicht nur als Ensemble von Institutionen, sondern als Lebensform begreifen. So eröffnet die Vortragsreihe einen Raum für interdisziplinären Austausch und lädt dazu ein, über Bedingungen und Möglichkeiten demokratischer Selbstbestimmung in Zeiten vielfacher Krisen nachzudenken.
Den erste Vortrag der Reihe mit dem Titel: "Demokratie unter Druck. Perspektiven einer kritischen Theorie der Krise" wird Isette Schumacher (Berlin) am 20.5. halten. Konkret soll es um folgende Fragen gehen:
Liberale Demokratien stehen zunehmend unter Druck: Sinkende Zustimmung, politische Radikalisierung und Polarisierung – vor dem Hintergrund einer grundlegend veränderten Öffentlichkeit –, die globale Stärkung autoritär-rechtspopulistischer Kräfte sowie die Erosion demokratischer Normen und Institutionen prägen vielerorts das Bild. Doch (wenn überhaupt) um welche Art von Krise handelt es sich dabei genau? Geht es um eine politische Krise im engeren Sinne, um eine Legitimationskrise, um die externe Bedrohung liberaler Ordnungen, um eine Verwirklichungskrise liberaler Versprechen – oder verweist die aktuelle Lage auf eine noch tiefgreifendere strukturelle Krise? Ausgehend von allgemeinen Überlegungen zum Krisenbegriff greift der Vortrag das Krisenverständnis der Kritischen Theorie auf und interpretiert die gegenwärtigen Herausforderungen liberaler Demokratien als Ausdruck einer umfassenden Erschöpfungskrise spätmoderner Gesellschaften.
Das Ankündigungsplakatpdf, 13 mb zur Vortragsreihe sehen Sie hier.
Die einzelnen Vorträge im Sommersemester 2026 sind:
20.5. Isette Schuhmacher (Berlin):
Demokratie unter Druck. Perspektiven einer kritischen Theorie der Krise
27.5. Oliver Flügel-Martinsen (Bielefeld):
Die Kontingenz der Politik und die Prekarität der Demokratie
3.6. Christian Neuhäuser (Dortmund):
Die Krise der sozialliberalen Demokratie und die Eigentumsdemokratie
17.6. Eva Weiler (Duisburg-Essen):
Zur Demokratisierung des Eigentums - Welcher Demos, welches Eigentum?
1.7. Ina Kerner (Koblenz):
Zur Kolonialität der Staatlichkeit und die Krise der Liberalen Demokratie
8.7. Franziska Grohsgart und Daniel Kersting (Jena):
Demokratie erfahren. Ein Werkstattbericht zum Seminar „Demokratie als Lebensform”